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Staatswesens gefügiger, die Insassen der großen Kirchengüter wurden zu den allgemeinen
Steuern verhalten. Die vom Könige öfters zusammenberufenen Versammlungen des
Landadels in den einzelnen Territorien, die sogenannten Sejmilri, Landtage, bildeten sich
zu einer ständigen Institution aus und dienten dem Könige als williges Werkzeug, wo es
galt, den Widerstand der Großen des Reiches im Kronrathe zu lähmen. Ein weiterer
Schritt in dieser Richtung lag darin, daß die von den einzelnen Landtagen gewühlten
Vertreter, die Landboten, zusammenkamen, um in ihrem Namen gemeinsam zu berathen
und zu beschließen. Auf diese Art ist die sogenannte Landbotenkammer entstanden, welche
zusammen mit dem bisherigen Kronrathe als zweiter Kammer den sogenannten Reichstag,
Schiri IValn^, bildete und über die wichtigsten Fragen ohne Rücksicht auf Privatrechte
und Privilegien entschied.
König Kazimir IV. starb im Jahre 1492. Sein Nachfolger Johann Albert
setzte das von ihm begonnene Werk der inneren Reform mit größerer Energie fort. Sein
vertrauter Rathgeber war sein ehemaliger Lehrer Philipp Kallimach Buonacorsi, ein
italienischer Humanist, welcher nach einer wechselvollen Vergangenheit in Polen eine
Heimstätte fand und den jungen König zur Entschiedenheit in seinem autoritären Streben
aneiferte. Johann Albert stützte sich offen auf den Landadel und ans die Landbotenkammer,
beseitigte den Einfluß der Großen und regierte ziemlich unbeschränkt. Der willige Reichstag
beschloß die geforderten Steuern, darunter auch eine Personaleinkommensteuer, welche alle
Unterthanen ohne Rücksicht auf frühere Privilegien zu entrichten hatten, und der König
plante einen großen Zug, angeblich gegen die Tataren, eigentlich aber zur Occupirung der
Moldau. Der Zug kam im Jahre 1497 zustande, endigte jedoch, weil die Unterstützung
seitens der Ungarn ansblieb, mit einem Rückzuge, in welchem das polnische Heer zum
großen Theile aufgerieben wurde. Der König starb bald darnach im Jahre 1501, und die
Wahl fiel jetzt auf seinen jüngeren Bruder Alexander, welcher seit dem Tode seines
Vaters in Lithauen die Regierung geführt hatte.
Tiefere politische Rücksichten lagen dieser Wahl zu Grunde. Alexander hatte sich als
Großfürst von Lithauen in einen Krieg mit Moskau verwickelt, welches nach der Eroberung
von Pskow und Nowgorod bedeutend erstarkt war und auf die Eroberung der ruthenischen
Provinzen des lithauischen Reiches immer deutlicher losging. Lithauen, auf sich selbst
beschränkt, war diesem Kriege nicht gewachsen und suchte nun wieder eine innige Vereinigung
mit Polen. Infolge dessen wurde Alexander, welcher schon Großfürst von Lithauen war,
zum polnischen König gewühlt. Er blieb aber in Lithauen, um den Krieg weiter zu
führen, ernannte seinen Bruder Friedrich zu seinem Stellvertreter in Polen und erließ im
Jahre 1501 in Mielnik ein Privilegium, in welchem er dem Kronrathe die meisten
Regierungsrechte einränmte und mit der Politik seines Vorgängers vollständig brach.