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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Chodaki  sind  dom  Bauer  selbst  genähte  Schuhe  ans  imgcgerbtem  Leder;  die  ans  Bast  heißen  Kurpie.

und  überflüssig  machen.  Sie  reicht  also  beim  Lasowiaken  kaum  bis  zu  den  Knien,  ja  sie
ist  noch  kürzer,  im  Gegensatz  zum  Bewohner  des  Flachlandes,  dessen  Gewand  bis  an  den
Boden  reicht.  Im  Berglande  bedingt  das  Terrain  freie  Arme  und  Beine;  darum  trägt
hier  der  Bewohner  das  Oberkleid  nicht  anschließend,  sondern  hängt  es  bloß  über  die
Achseln.  Derselbe  Grund  dürfte  Veranlassung  sein,  daß  der  Gorale  das  Hemd  nicht  über
das  Beinkleid  herabfallen  läßt,  wie  dies  bei  allen  Bewohnern  der  Ebenen  und  Wälder  der
Fall  ist.  Für  den  Goralen  sowie  für  den  Lasowiaken  sind  Stiefel  zu  schwer  und  ungeeignet,
so  ist  denn  die  gleichsam  natürliche  Beschuhung  der  einen  wie  der  anderen  der  Chodak?
Diesen  Chodaken  sind  bei  den  einen  wie  bei  den  anderen  enge  Beinkleider  angepaßt.
Je  näher  einer  größeren  Stadt,  um  so  kostbarer  und  reicher  wird  die  Volkstracht,  je
mehr  ein  Winkel  der  Civilisation  entrückt  und  je  mehr  er  mit  „Brettern  vernagelt"  ist,
desto  einfacher  und  bescheidener  wird  dieselbe  sein.
Die  kleidsamste  und  geschmackvollste  Tracht  ist  unzweifelhaft  jene  der  Krakowiaken.
Seinen  Kopf  bedeckt  der  Krakowiake  mit  der  berühmten  Urullusllu,  welche  auch  UoAul^vku
oder  UogutLu  (Hörnerkappe),  nach  den  vier  an  ihr  ersichtlichen  Hörnern,  heißt.  Unten
herum  läuft  ein  schwarzer  Lammfellstreif,  die  Mütze  selbst  ist  mit  carminrothem  Tuche
überzogen  und  gewöhnlich  mit  Pfauenfedern  geschmückt.  Eine  nicht  weniger  charakteristische
Kopfbedeckung  des  Krakowiaken  ist  sein  schwarzer,  unten  breiter,  nach  oben  zu  schmäler
werdender  Filzhut  mit  schmalem  Rande,  vielfärbigem  Schmuck  und  Pfauenfedern,  wie
die  Mütze  sie  hat.  Die  Lrukusku  findet  man  auch  bei  den  Mazuren,  wenn  auch  von
etwas  verschiedener  Form  und  Farbe,  einen  solchen  Hut  aber  trägt  Niemand  als  der
Krakowiake.  Sein  Obergewand  besteht  aus  einer  langen  Sukmane  aus  weißem  Wollenstoff,
die  mit  rochen  Stickereien  und  ebensolchen  Quasten  geschmückt  ist,  einen  Stehkragen  hat
und  gewöhnlich  vorne  nicht  geschlossen  wird.  Unter  dieser  Sukmane,  oft  auch  ohne  sie,
tragen  sie  einen  Kaftan  aus  granatfarbenem  Tuch,  der  roth  gefüttert  und  ärmellos  bis
zu  den  Knien  reicht  und  mit  kleinen  Knöpfen,  mit  gestickten  Zieraten,  Quasten,  Fransen
und  kleinen  Wollbüscheln  von  zumeist  rother  Farbe  geschmückt  ist.  Dieser  Kaftan  wird  meist,
die  Sukmane  nur  selten,  mit  einem  Lederriemen  umgürtet,  der  je  nach  dem  Anlasse  breiter
oder  schmäler,  jedoch  gewöhnlich  mit  Weißblechplättchen,  Nägelchen,  kleinen  Münzen
beschlagen  und  mit  messingenen  klirrenden  Rädchen  behängt  ist.  Unter  dem  Kaftan  befindet
sich  das  Hemd  aus  weißer  Leinwand  mit  einem  kleinen  Kragen,  der  oft  mit  Stickerei
geschmückt  ist  und  vermittelst  einer  Stecknadel,  eines  rothen  Bändchens,  einer  Schleife
oder  kleinen  Kokarde  zusammengehalten  wird.  An  den  Ärmeln  sind  auch  weiße,  mit
Stickerei  geschmückte  Besetze,  die  mit  Knöpfen  zu  schließen  sind.  Ein  Halstuch  trügt  der
Krakowiake  niemals,  wie  übrigens  auch  sonst  kein  polnischer  Bauer.  Seine  Beine  bekleidet
            
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