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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Wege genannt; hier und dort wird noch der sehr alterthümliche Ausdruck Ouö gebraucht. 
Eine Reihe von Häusern oder Einfriedungen längs des Weges wird votue genannt; es 
ist also rechts am Wege entlang eine, links die zweitevotue. 
Ein Anwesen ist von dem andern durch eine Umzäunung getrennt und heißt ein 
Umgang (Ob^eich oder ans dem Deutschen „Platz". Je nach dem Besitzstände des Eigen- 
thümers ist diese Umzäunung bald ein Bretter-, bald ein Staketenzaun, bald ein geflochtener, 
bald ein Stangenzaun. An der Frontseite, wo sich das Thor oder der Thorweg befindet,' 
ist dieser Zaun besser gehalten als weiter davon. Zum Schutze der Gebäude, namentlich 
gegen Feuer, wenn ein solches in der Nachbarschaft ausbrechen sollte, fehlt es nicht an 
Bäumen auf der einen oder der andern Seite des Umgangs. Die Häuser sind meist mit der 
Schmalseite der Straße zugekehrt, selten mit der Front oder der Rückseite. Vor dieser mit 
einem oder zwei Fenstern versehenen Schmalseite des Hauses befindet sich ein kleiner 
Blumengarten, aus der andern Seite dem Garten gegenüber befindet sich der Brunnen 
mit dem Brunnenschwengel oder dem Schöpsrad. Vor dem Hanse ist gewöhnlich ein freier 
Platz, und dieser ganze Theil des „Platzes" oder „Umganges" wird Hof, Hofraum (vock- 
E2o) genannt. Darauf folgt die Obora, wo die Stusuia (Pferdestall), der 6 Ir Iorv 
Viehstall) und Oblorvsk (Schweinstall) sich befindet, der Schuppen zur Unterbringung 
dm Wagen und landwirthschaftlichen Geräthe, das sogenannte ^ulorrie (Holzplatz), eine 
Art Schuppen oder freier Raum, wo der Klotz zum Spalten des Brennholzes, das Holz 
lager für Bau- oder andere Zwecke sich befindet. Hinter der Obora ist das Orrmrro 
(^chennenplatz) mit der Komora, dem Speicher, wo die Vorrüthe an Getreide, Samen, 
Rauchfleisch, sowie die Truhen mit dem Feiertagsstaat, den Kostbarkeiten und dein Gelde 
sich befinden. Weiterhin ist der Schuppen für Heu und Stroh oder Heuschober, und in 
bedeutender Entfernung von allen diesen Gebäuden steht die Stock olu, die Tenne, mit 
der Frontseite der Straße zugekehrt und fast die ganze Breite des „Platzes" einnehmend, 
diesen gleichsam nach hinten zu abschließend. Einen gewissen Theil des „Umganges" 
nimmt bei einem sorglichen Hauswirth der Nutzgarten ein. Es gibt Dörfer, wo hinter 
jedem „Umgang" sich in langen Streifen die Felder des Eigenthümers hinziehen, gewöhnlich 
aber pflegt der Landbesitz in kleinere oder größere Stücke innerhalb des Gemeindebezirkes 
auseinandergeworsen zu sein. 
Das Wohnhaus heißt gewöhnlich vom (Haus), jedoch auch Obatupu und Lbatu 
(Hütte). Ev ist immer nur ebenerdig. Es wird wie alle anderen Bauten aus Holz, das 
gewöhnlich gezimmert ist, oder auch aus Rundhölzern aufgestellt (Ziegel finden erst in der 
neuesten Zeit hie und da Verwendung), die Fugen werden mit Moos verstopft, oft mit 
Lehm verklebt, welcher an vielen Orten mit Kalk überstrichen wird, was zur Folge hat, 
daß man längs der Wände so viele weiße Streifen sieht, als dieselben Balken zählen.
	        
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