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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Wie wir schon oben erwähnten, findet man viel Gefallen an einer Mertünchung der 
Außenseite des ganzen Hauses; in diesen, Falle sieht es wie ein gemauertes aus; besonders 
die Krakowiaken, aber auch die Mazuren und die Goralen, lieben dieses Anweißen, welches 
erst bei den Lasowiaken und den auf die höchsten Gebiete hinaufgerückten Goralen, z. B. 
den Podhalanen, vollständig verschwindet. Eine Untermauerung findet selten statt. Das 
erste Holz, welches Ur^eies (Unterzug) oder Us^ar (Lagerbauin) heißt, stützt sich 
hauptsächlich auf Eichenklvtze oder Steine und liegt gewöhnlich direct auf der Erde, das 
letzte Holz, welches den Blockbau abschließt, wird Utatvia (Dachbalken) genannt; an 
diesen werden die Dachsparren sowie die Querbalken gestützt, welche von einer Wand zur 
andern gehen und ans welche hinwieder die Zimmerdecke aus Holzschwarten befestigt 
wird. An die Sparren nagelt man die Dachlatten an und der Dachstuhl ist fertig. Die 
Dachbedeckung ist bei den Bewohnern der Ebenen aus Stroh, welches in Garben gehörig 
zubereitet und entweder ganz eben oder stufenförmig an die Latten befestigt wird. 
Diese Thätigkeit nennt man das „Benähen" (Uo^zmich, die so hergestellte Bedachung 
8ti'2eclia (Strohdach). Manchmal ist der Okap (Traufe) allein aus Schindeln hergestellt. 
Die Goralen decken ihre Häuser mit Schindeln oder dünn gespaltenen, nicht gesägten 
Brettern. Es kommt auch vor, daß der obere Theil des Daches ans Schindeln, 
der untere aus Spaltbrettern hergestellt ist. Auf beiden Hauptseiten des Daches 
werden manchmal Öffnungen angebracht, welche gegen Niederschläge von oben aus 
gedeckt sind und v^iriiUIei (Rauchlöcher) heißen. Der Dachgiebel wird Lalsnica 
genannt, der unterste Theil jedoch, welcher unmittelbar über den Wänden hervorsteht, 
heißt Okap (Traufe). Damit von unten her keine Külte in die Stube eindringe, 
befindet sich um die Wände rings herum ein Erdaufwurf (Ui-^öba genannt), 
welcher bis zur Höhe des Unterlegers (ersten Balken) und noch höher hinauf 
reicht und von außen durch ein kleines Bretterzäunchen, oder wie im Gebirge durch 
Steine, festgehalten wird. Bei den Lasowiaken jedoch heißt er ganz poetisch 
NissgcLka (Mondscheinchen), ein Vergleich mit dem Schein, welcher die Köpfe 
der Heiligen in Gestalt eines Kreises umgibt und in altpolnischer Sprache LlioZi^e^eü 
genannt wurde. 
Die innere Eintheilung des Hauses zeigt keine große Mannigfaltigkeit; in dieser 
Hinsicht kann man nur zwei Haupttypen unterscheiden. Bei dem einen ist die Eingangs- 
thüre in der Mitte, durch diese tritt man in den Flur, welcher das Haus in zwei 
gleiche Hälften theilt. Auf der einen wie auf der andern Seite befinden sich Wohn 
stuben. Den zweiten Typus zeigt das Hans, welches nur eine einzige Wohnstube, selten 
mit Erkerstübchen, besitzt, welche den größten Theil, und einen Hausflur, welcher den 
kleineren Theil des Gesammtraumes einnimmt. In diesem Falle führt die Eingangsthüre
	        
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