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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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voll  Stroh  auf  den  Feuerstellen  zu  entzünden,  sie  an  lange  Stäbe  zu  befestigen  und
laufend  damit  herum  zu  fuchteln  oder  sie  in  die  Luft  zu  werfen,  womit  dann  diese
Ceremonie  ihr  Ende  findet.  Andere  wieder  werfen  Strohbündel  auf  die  Erde  und  stecken
sie  unter  Gesängen  und  Springen  an.  Dieses  Höhenfeuer,  das  man  das  Brennen  der
Sobotki  (Samstags-Brennen)  nennt,  und  dessen  Beschreibung  aus  dem  Jahre  1835
stammt,  war  einst  in  Polen  allgemein  verbreitet,  heute  verschwindet  diese  Sitte  immer
mehr,  sogar  bei  den  Krakowiaken,  und  sie  wird  in  manchen  Gegenden  nicht  zur  Zeit  der

Milchtransport  aus  dem  Gebirge.
Pfingstfeiertage  geübt,  sondern  am  Tage  des  heiligen  Johannes  des  Täufers,  das  ist
am  24.  Juni.
Die  Gelehrten  erklären  diesen  Brauch  in  der  allermannigfaltigsten  Weise;  doch
sind  sie  allgemein  der  Ansicht,  daß  er  heidnischen  Ursprungs  sei.  Jndeß  ist  sicher,  daß  die
Benennung  Sobotka  desselben  Ursprungs  ist,  wie  Sobota  (Sabbath),  und  für  den
christlichen  Ursprung  dieser  Feier  zeugt,  wie  auch  das  Krakauer  Volk  betont,  daß
es  die  Sobotki  zum  Andenken  an  die  Sendung  des  heiligen  Geistes  abbrennt,  welcher
in  der  Gestalt  feuriger  Zungen  über  den  Häuptern  der  Apostel  geschwebt  habe.  Ebenso
beweisen  die  Lieder,  welche  bei  diesem  Anlasse  gesungen  werden,  durchaus  nicht,  daß  das
Fest  der  Sobotki  ans  heidnischer  Zeit  stamme.
            
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