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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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tanzt mit ihm das Rüthlein grün, unter'm Rüthlein, unter'm Rüthlein geht ein schönes 
Mägdlein hin." Nach dieser „Polonaise" stellt der Marschall die Tische ans, die „Köchin" 
hat die Gerichte aufgetragen und die Mädchen geben singend das Zeichen zum Festmahle. 
Dem snngen Paare niird nur Hirsebrei, und dieser ohne >2alz gereicht, „damit ev lerne, 
Salz und gute Nahrung zu verdienen". Dafür bekommen die übrigen Hochzeitsgäste alles, 
was nur die ländliche Küche ersinnen kann. Auch das Festmahl verlauft nicht ohne Gesang. 
Die armen Brautjungfern kommen nicht zu Athen,; kaum sind sie auf eine Weile 
verstummt, so fangen sie wieder von neuem an. Bald schmähten sie mit der jungen Frau, 
daß sie nicht genug guten Barszcz gegeben hat, bald necken sie die Werberinnen und 
wersen ihnen vor, daß sie, „was sie nicht fertig essen und fertig trinken, unter die Arme 
stecken". Ist es endlich Zeit vom Tische aufzustehen, so singen die Mädchen „Lieb' 
Marschällchen, lieb' Marschällchen, führ' hinaus die Mädchen, denn verknittert sind die 
Schürzchen worden hinter'», Tische." Die Musik spielt die „Polonaise" und der Marschall 
führt den Reigen an, wie nach der Ankunft aus der Kirche. Man trügt die Tische hinaus 
und nun setzt sich das Singen, Spielen, Tanzen und die Bewirthung bis in die späte 
Nacht hinein fort. 
Auch den folgenden Tag über dauert die Unterhaltung, bald im Hanse der 
Braut, bald bei der ältesten Werberin, bald bei der ältesten Brautjungfer. Überall Trinken, 
Essen, nach dem Essen die „Polonaise" und darnach andere, nicht vorgeschriebene Tänze. 
Erst am Abend findet die „Heimführung" statt. Der ganze Zug hat sich im Hause der 
Braut versammelt, um die Neuvermählte in das Haus des Gatten zu geleiten. Allein sie hat 
sich irgendwo versteckt, weshalb die Brautjungfern den Brautführern vorwerfen, daß sie 
nicht genug aufgepaßt haben: 
„Euch trifft die Schuld, Ihr Junker, 
Daß unf're (N.) ist fort! 
Sie fügen jedoch sofort hinzu: 
„Die (N.) müßt Ihr nicht suchen, 
Nicht an ihr Fenster pochen, 
In Wald ist sie gegangen, 
Verloren ist sie dort." 
Sie kommt von selbst zurücke, 
Wie's Schäfchen zu der Krippe." 
Allein die Junker (Brautführer) laufen in alle Winkel, in alle Nebengebäude und 
suchen theils die Braut, theils solche Gegenstände, die sie ans deren Elternhause für die 
junge Hausfrau mitnehmen könnten. Findet man endlich die Braut, welche sich manchmal 
sogar in einem anderen Hanse verborgen hatte, so führt man sie herbei und überantwortet 
sie dem Marschall. Der Viee-Marschall hat unterdessen das Stühlchen gefunden, das der 
Ceremonie des „Behaubens" dienen soll; die Mutter hat dem Starosten das Bettzeug 
der Braut übergeben, die Brautführer ergreifen nun alles, was ihnen beim Suchen der 
Neuvermählten in die Hände gefallen war, der Bater hat dem ganzen Zuge zugetrnnken.
	        
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