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sich erhalten und erst in neuester Zeit die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt haben. Es ist
also x«r' eLoxhv eine Volksliteratur, deren Schöpfer das Volk selbst ist. Diese Volksliteratur
hat sich mit der Nation selbst herangebildet und entwickelt und reicht mit ihren Anfängen
zum großen Theile in die vorhistorische Zeit.
In altruthenischen Denkmälern und Chroniken finden wir Andeutungen über
Volkslieder. So findet man z. B. in dem „Testament" des Fürsten Wladimir Monomach
(aus dem XII. Jahrhundert) Hochzeitslieder erwähnt, und in der Wotyn'schen Chronik ist
die Rede von Liedern, welche zu Ehren der Fürsten Daniel und Wasilko aus Anlaß ihres
Hochzeitszug der Huzulen.
siegreichen Feldzuges gegen die Jatwägen gesungen wurden. Auch der polnische Geograph
Sarnieki berichtet unter dem Jahre 1506, daß die Ruthenen während der Feldzüge zu
Ehren berühmter Helden Lieder componirten, welche Dumen (cküir^) genannt wurden.
Allein bis zum Anfänge dieses Jahrhunderts hat Niemand ein ruthenisches Volkslied
ausgezeichnet, weil die altruthenischen Schriftsteller, fast ausschließlich Geistliche, die
Schöpfungen der dem Volksmunde entstammenden Literatur als gotteslästernde, „teuflische
Lieder" bezeichnet und die Volkssitten und Bräuche, natürlicherweise vom christlichen
Standpunkte, sehr strenge verurtheilt hatten. Spätere Schriftsteller haben den nur durch
den Volksmund überlieferten Volksliedern zu wenig Werth beigelegt. In Folge dessen ist
Vieles davon in Vergessenheit gerathen, Manches dagegen in ziemlich entstellter Form zu