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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Autoren historischer Dumen waren daher ohne Zweifel die geschichtlichen Persönlich 
keiten selbst, die Teilnehmer blutiger Tragödien der Vergangenheit, und darauf verweisen 
die ausführlichen Beschreibungen der Schlachten und Heldenthaten, welche einer von diesem 
Eindruck stark bewegten Seele entstammten. Die oderduiickürL war ein unentbehrliches 
Zugehör nicht nur der Kozaken-Banduristen, sondern überhaupt hervorragender Persönlich 
keiten der Kozakengenossenschaft. In der Duma von dem berühmten Kozakenführer Palis, 
welcher auf Anstiften Masepas nach Sibirien verschickt wurde, heißt es: 
„Hell scheint die Sonne des Morgens, verdunkelt sich zur Nacht; 
Herr Palij, groß und mächtig einst, jetzt in Sibirien klagt." 
Und weiter: 
„Herr Palij kehrt und setzt sich vor seiner Hütte Schwell', 
Schlägt der Bandura Saiten und singt ein Liedlein hell." 
Die Bandura ist demnach ein Instrument, welches einer tiefen Gemüthserregung 
Ausdruck zu verleihen im Stande ist. Wenn nun der Kozak die Saiten der Bandura schlägt, 
um seinen tiefen Schmerz zu lindern, so haben ohne Zweifel die Kozaken-Banduristen, 
nachdem sie das Schlachtfeld verlassen, die ritterlichen Thaten in Dumen besungen. In 
dem Kozakenlager erschienen nicht selten blinde Bettler, welche sich ebenfalls der Bandura 
bedienten, um gegen ein Almosen ihre religiös-moralischen Dichtungen vorzusingen. Hier 
vernahmen sie jene Kozaken-Dumen, die sie sodann zugleich mit ihren religiösen Dichtungen 
im ganzen Ruthenenlande verbreiteten, so daß dieselben nicht nur im Dnieprgebiet, der 
eigentlichen Stätte des Kozakenthums, sondern auch in Galizien zum großen Theile sich 
erhalten haben. Außer den ritterlichen Thaten historischer Personen bilden den Gegenstand 
der Dumen nicht selten Vorfälle des gewöhnlichen Lebens, wobei innige Liebe zur Heimat 
und den Angehörigen, das Verhältniß zwischen Mutter und Sohn, sowie unter den 
Geschwistern rührend hervortritt und echte, tief ergreifende Religiosität sich offenbart. Es 
sei uns gestattet, als Beispiel eine der schönsten ruthenischen Dumen über die Flucht der 
drei Brüder aus der Gefangenschaft aus Asov, in der Übersetzung von Fr. Bodenstedt 
(„Die poetische Ukraine", Stuttgart 1845), anzusühren: 
Das sind keine Nebel, die dort von Asov der Stadt 
herziehen, 
Es sind drei Brüder, die fort aus schwerer Gefan 
genschaft fliehen, 
Zwei reiten auf schnellen Gäulen, 
Muß der Dritte zu Fuß Nacheilen; 
Doch die Steine, die spitzen, 
Und die Wurzeln ritzen. 
Schmerzt der Fuß ihm von Wunden und schlimmen 
Beulen; 
Troff das Blut ihm nieder von den Füßen zur 
Erde. 
Er ereilt seine Brüder, fleht mit Wort und 
Geberde: 
„Wartet mich, Brüder, haltet an euere Pferde! 
Laßt mich mit euch reiten, 
Euch zu den Städten der Christen begleiten." 
Hört der Zweite die Klagen, 
Thät den Allsten befragen; 
HubderÄlt'stean dies ihm zurAntwort Zusagen:
	        
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