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den heiligen Elias übertragen wurden, der am Himmel in einem Wagen fahrend, Dvnner
und Blitz erregt. Sonst aber hat der Volksglaube die Erde mit Geistern und Dämonen
niederen Ranges bevölkert. Die Volksphantasie erblickt im Wald und auf der Flur, im
Sumpf und Wasser, im Wohnhause den Einfluß verschiedener Geister, welche dem ent
sprechend mit verschiedenen Namen bezeichnet werden.
Nasals heißen die Wassernhmphen, welche in wunderbaren Krystallpalüsten auf
dem untersten Wassergrunde wohnen. Das sind wunderschöne, junge, gewöhnlich sieben
jährige Mädchen, welche besonders beim Mondschein aus ihren Gemächern heranskommen,
um am Ufer, auf den Bäumen oder im wogenden Ährenmeere zu spielen und zu tanzen.
Mit ihrer Sirenenstimme locken sie Menschen, insbesondere Jünglinge herbei, kitzeln
dieselben zu Tode und schleppen sie dann ins Wasser. Zu dieser Kategorie gehören auch
die mnrvl^, welche in Karpatenwäldern und Grotten wohnen. Nach dem Volksglauben
werden ungetanste Kinder oder kurz vor der Heirat verstorbene Mädchen zu diesen
Geistergestalten umgewandelt.
Von allen Mythen über die Geister niederen Ranges hat sich der Mythus über die
Wassergeister am meisten entwickelt, wahrscheinlich deswegen, weil das Wasser die wichtigste
Rolle auf der Erde spielt und die Phantasie des Volkes in bedeutendem Maße angeregt hat.
Die Wald- und Feldgeister (polisrm^ oder iisorvxlr^ und poiorvM, kommen in
Wäldern und ans Gefilden vor und erscheinen gewöhnlich als Greise mit langem Bart.
Sie treiben mit den Menschen verschiedene Spässe, können aber auch Unheil anrichten.
Wenn man den Waldgreis beim Barte faßt und zieht, so zerfällt er in einen Dneatenhanfen.
Der Hausgeist äonrovM erinnert an die Gottheit des häuslichen Herdes; er ist
dem Hauswirthe in Allem behilflich und hat seinen Sitz am Ofen. In manchen Sagen
erscheint er aber auch als Poltergeist, welcher manchmal böse Streiche spielt.
Zahlreich sind bei dem rnthenischen Volke die Teufelssagen, in denen aber die
heidnische Anschauung von den finsteren Mächten durch die Christianisirung beeinflußt
erscheint. So hat sich in der Vvlksphantasie ein eigener Typus der dämonischen Macht
herausgebildet, welcher unter dem Namen c^ork, äickko (Teufel) bekannt ist. Trotzdem
läßt sich aus diesen Sagen erkennen, daß der Teufel der iranischen dualistischen Welt
anschauung gemäß, welche in das Ruthenenland durch die Manichäer gekommen ist, Gott
gleichgestellt wird und mit Gott sich im Kampfe befindet, so wie die finsteren Mächte mit
den lichten. Gewässer, Sümpfe und Pfützen sind der Lieblingsaufenthaltsort des Teufels,
daher lebt mit ihm der Müllergeselle im guten Einvernehmen. „Der Teufel ist nicht so
schrecklich, wie man ihn malt," sagt das rnthenische Sprichwort, weil derselbe in den
Volkssagen als gutmüthiges, lustiges, dem Menschen sogar behilfliches Wesen erscheint.
Er nimmt in der Regel die Menschengestalt an, ist aber stark behaart mit Bockshörnern
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