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von Zwirn als von Wolle in verschiedenster Mischung von Flachs, Hanf und Wolle und in
verschiedener Färbung gewebt. So wie Trachten und Sitten unserer Bauern sehr verschieden
sind, ebenso mannigfaltig sind auch die Prvducte der bäuerlichen Webestühle. Zwirn und
Wolle wurde in jedem Dorfe nach altem Gebrauche von Frauen gefärbt. Man bereitete selbst
die Farben, sammelte selbst die dazu nöthigcn Pflanzen und stellte selbst die verschiedenen
Ingredienzen und Mischungen zusammen. Auch die Zusammenstellung der Farben und die
Zeichnung der Muster geschieht in jedem Torfe, in jeder Gegend nach ererbten Sitten und
Traditionen. Alle Producte unserer alten traditionellen bunten Weberei zeichnen sich durch
Dauerhaftigkeit der Stoffe und Farbenharmonie aus. Leider beginnen bereits die Anilin
farben die alten traditionellen Farben und Farbstoffe zu verdrängen. Und zwar kommen
in unseren Dörfern und kleinen Städten der Ausschuß und die schlechtesten Sorten der
Anilinfarben durch Kleinhändler zum Verkauf. Diese grellen Farben stören die Harmonie
der alten traditionellen Muster, verderben die Dauerhaftigkeit des Stoffes und verbleichen
durch Regen und Feuchtigkeit. Da gewebte Stoffe den Hauptbestandtheil der bäuerlichen
Trachten bilden, so erklärt sich die ungemein große Verschiedenheit dieser Producte der
hausindustriellen Weberei.
Es ist hier unmöglich alle diese in Farbe, Muster und Technik verschiedenen
gewebten Stoffe für Frauen- und Männcrtrachten auch nur flüchtig aufzuzühlen und zu
besprechen. Es ist auch wirklich zu bewundern, was man Alles auf diesem jetzt sogenannten
primitiven Webestuhl Herstellen kann, und zwar durch Leute, deren gewöhnliches Haupt
werkzeug der Pflug, die Sense und der Dreschflegel ist.
Aus der Fülle von Erzeugnissen, welchen der Webestuhl zu Grunde liegt, heben wir
zwei Producte unserer Hausindustrie hervor: die gemalte Leinwand und die Teppich-
vder Kilimweberei. Es gibt Gegenden, wo es noch jetzt üblich ist: starke grobe Hanfleinwand,
die speciell für diesen Zweck gewebt wird, mit Ölfarben zu bemalen. In den betreffenden
Gegenden ziehen gewöhnlich im Frühjahr Maler von Ort zu Ort, die auf dem Rücken
ihre Requisiten tragen. Diese bestehen aus zwei Gefäßen mit zwei Ölfarben, gewöhnlich
einer dunkelbraunen und einer dunkelblauen, zwei groben Pinseln und in Holzbretter
eingeschnitzten Patronenmustern. Der Maler kennt seine Kunden und ihren Geschmack
und kommt gewöhnlich Jahre lang in dieselben Dörfer, denn jedes Dorf hat seine
traditionellen Muster. Das so bemalte Stück Leinwand wird getrocknet und dann zur
Verfertigung von Unterröcken, Schürzen, auch Oberkleidern benützt. Es gibt Gegenden, wo
auch Männer Sommerkleider von solcher gemalten Leinwand tragen.
Die Teppich- oder Kilimweberei. Das Wort „Kilim" soll in einer der
orientalischen Sprachen Teppich heißen, „Kilimek" kleiner Teppich. In früheren Zeiten,
selbst noch im Anfang dieses Jahrhunderts war die Fabrikation von „Kilimki" besonders