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er verfaßte auch zwei Opern „Konrad Wallenrvd" nach dem Gedicht vvn Miekiewicz und
„Goplana" nach dem Gedicht von Slowacki. In seinen Compositionen sind verschiedene
Einflüsse fühlbar, deren Quelle in der aufrichtigen Verehrung großer Meister der klassischen
und der romantischen Epoche zu suchen ist. Originell ist Zelenski in seinen Liedern, die
zn den besten Leistungen dieses Componisten gehören. In seinen Kammermusikwerken ist
Zelenski der Vertreter einer ernsten gediegenen Form. Seine Tänze für Orchester, wie
Mazuren und Polonaisen, besonders die letzten, zeichnen sich durch Erhabenheit aus.
Sigmund Noskowski (geboren 1846) studirte anfangs in Warschau Clavier,
Violine, Gesang, auch arbeitete er eifrig unter Moniuszko's Leitung. Die eigentlichen
umfassenden Studien machte er aber unter der Leitung des berühmten Kiel in Berlin. Hierauf
folgte er einer Einladung nach Constanz, wo er mehrere Jahre als Dirigent des Mnsik-
vereines und als Lehrer fnngirte. Seit dem Jahre 1881 lebt er in Warschau als Professor
für Contrapunkt und Composition am Konservatorium und als Director des Musikvereines.
Noskowski versuchte sein Talent auf allen Gebieten der Musik. Seine Oper „Livia Quintilia"
soll demnächst in Warschau zur Aufführung gelangen. Doch verfaßte er Musik zu Vvlksspielen,
wie „Glaube, Hoffnung und Liebe", und „die einsame Hütte ".Er ist erfindungsreich, beherrscht
verschiedene Formen, verfügt über ansehnliche musikalische Mittel, kennt die Geheimnisse
des Orchesters, der Instrumente und der menschlichen Stimme, entbehrt jedoch des scharfen
kritischen Blickes, indem er neben wirklich Schönem manchmal Unbedeutendes duldet.
Der älteren Schule gehören Müncheimer, ein tüchtiger Operndireetor und trefflicher
Lehrer in Warschau, dessen Opern „Mazeppa" und „Otto der Schütz" gute Aufnahme in
Warschau gefunden haben, Hertz, Clavierlehrer in Warschau, der für Clavier und Gesang
evmpvnirte, und Jarecki, Operndireetor in Lemberg, mit seinen großen Opern „Königin
Hedwig" und „Mindowe" an.
Zur jüngeren Schule gehören: Maszynski, Schüler Noskowski's, Direktor des
Gesangvereines „Lutnia" in Warschau, dem wir mehrere gelungene Klavierstücke und
treffliche Ausgaben von Gesangbüchern verdanken, Johann Gall aus Krakau, dessen
Lieder, besonders das Lied „Mädchen mit dem rvthen Mündchen" in Deutschland sehr
populär geworden sind, Niewiadomski und Severin Bersvn aus Krakau u. a.
Ist die Zahl der Componisten vom Fach in Polen bis jetzt nicht besonders groß, so ist
desto größer, ja achtunggebietend die stets wachsende Anzahl hervorragender Virtuosen,
vvn denen viele einen Weltruf erlangten. Die Begrenzung dieses Werkes gestattet uns indeß
nur, auf die aus dem heutigen Galizien kommenden oder daselbst noch wirkenden Virtuosen
Bezug zu nehmen.
Unter den Clavier»irtuvsen ist hier Vvn den Verstorbenen zunächst Emil Smietanski
zu nenne», geboren in Krakau, welcher bis zu seinem Tode (1888) in Wien lebte und wirkte.
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