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Der im Jahre 1886 zu früh für die Kunst dahingeschiedene Julius Zarembski, ein Schüler
Liszts, wirkte drei Jahre vor seinem Tode als Professor am Conservatorium in Brüssel.
Der jüngst verstorbene Alexander Zarzycki, gewesener Director des Konservatoriums
in Warschau, trat besonders in den Jahren 1867 bis 1870 in Deutschland mit großen
Erfolgen in Concerten auf. Unter seinen Compositionen ist besonders die Concert-Mazurka,
die Sarasate mit Vorliebe in seinen Concerten spielte, berühmt.
Unter den Lebenden ist Anton Kontski der älteste, er gehört der alten Schule aus
der vormärzlichen Periode an. Seine Compositionen, darunter der »rovail cku lioii"
theilen mit dem Verfasser das Schicksal der Verschollenheit. Theodor Leszetycki (Leschetizki),
geboren zu Lancut in Galizien, ein Schüler Czerny's, wirkte als Virtuos mit großen
Erfolgen in Österreich, Deutschland und Rußland. In St. Petersburg trug er neben Henselt
als Inspektor der kaiserlichen Musikinstitute sehr viel zur Hebung des musikalischen Niveau's
bei. Seit dem Jahre 1880 lebt Leszetycki in Wien, wo er besonders als Pädagog sich
eines großen Rufes erfreut, den ihm vor Allem seine berühmte Schülerin und Gemalin,
Frau Annette Essipoff, die unzählige Triumphe als Virtuosin gefeiert hat, eintrug. Zu den
hervorragenden Talenten, welche er ausbildete, gehören u. a. auch Ignaz Paderewski und
Josef Sliwinski, beide aus Warschau. Von Claoiervirtuosen seien noch angeführt: Sigmund
Stojowski, der bei Zeleiiski in Krakau studirte und hierauf nach Paris ging, und Josef
Hoffmann, der als achtjähriger Knabe bereits Triumphe feierte; beide haben sich auch
durch talentvolle Compositionen bemerkbar gemacht.
Die Geige ist vertreten durch den Virtuosen Karl Lipinski (geboren 1790 zu
Radzyn, gestorben 1861 auf seinem Landhaus Urlöw bei Lemberg), dessen Ruhm einst die
Welt erfüllte und ihn zum Rivalen Paganini's machte. Auch auf das Violinspiel in
Deutschland übte er großen Einfluß aus; von seinen Compositionen wird heute noch das
Violinconcert in v, Op. 21 gespielt. 1834 gab er eine größere Sammlung galizischer
Volksmelodien heraus. Ferner sind zu nennen die Brüder Timotheus und Josef Adamowski,
Professoren am Conservatorium in Boston, der erstere Violinist und Vertreter der
französischen Schule, der zweite Cellist; ferner Gregorowicz, ein Schüler Joachims, der
sich in Deutschland bekannt gemacht hat und Brodzki, Professor am Conservatorium in
Leipzig, der den Ruf eines ausgezeichneten Lehrers und Virtuosen genießt.
Obgleich für Gesang eine gute Schule nicht besteht und junge Talente ihre
Ausbildung im Auslande suchen mußten, so hat Galizien doch eine namhafte Zahl
von Vertretern dieses Kunstzweiges hervorgebracht. Obenan steht die gefeierte Kammer
sängerin Marcella Kvchanska (Sembrich). 1858 geboren, studirte sie anfangs in Lemberg
Clavicr und Violine, ging dann zu Lamperti nach Mailand und betrat zum ersten Male
in Athen die Bühne als Lucia. Anschließend hieran sind zu nennen der Opernsänger