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schrieb anfangs Lustspiele und Dramen, meist aus dem häuslichen Leben, deren erstere
jenen des Scribe, letztere jenen des Soulie oder Dumas verwandt waren. In der
Charakterschilderung war Korzenivwski ziemlich glücklich; das eigentlich Dramatische aber
kam in seinen Stücken selten zum Durchbruch. Er erwarb sich aber das große Verdienst,
dem Repertoire der damaligen Bühnen immer etwas Neues zur Aufführung zu liefern.
Graf Heinrich Rzewuski, geboren im Jahre 1791, gestorben 1866, legte in seinen
Romanen ein merkwürdiges Talent an den Tag, besonders in seinen kleineren Erzählungen
aus dem XVIII. Jahrhundert (Die Denkwürdigkeiten des Severin Soplica).
Die letzteren wurden so beliebt, so viel in Prosa und Vers nachgeahmt, daß sie gleichsam
eine ganze Schule gegründet haben: jene der Verherrlichung altadeligen Landlebens.
W. A. Maciejowski vertieft sich mit Vorliebe und Gelehrsamkeit in das
Studium des altslavischen Rechtes, Josef Goluchowski (1797 bis 1858), in jenes der
Philosophie. Ehemals Professor der Philosophie an der Wilnaer Universität, war letzterer
ein Schüler Schellings und von demselben so geschätzt, daß ihm (im Jahre 1846) die
Lehrkanzel der Philosophie an der Universität in Breslau angetragen wurde. Während
aber Goluchowski seine Studien nur selten veröffentlichen konnte, wurde im Großherzogthum
Posen die Philosophie freier betrieben; da treten denn auch zwei bedeutende Männer auf,
August Cieszkowski (1814 bis 1894) und Karl Libelt (1807 bis 1875). Die Poesie
wird daselbst durch den General Morawski repräsentirt. In Krakau fängt Anton
Sigmund Helcel (1808 bis 1870) seine rechtshistorischen, Michael Wiszniewski
(1794 bis 1865) seine literarhistorischen Forschungen an. Der Philosophie widmet sich
Josef Krcmer (1806 bis 1875); Josef Majer (1808), Friedrich Skobel, Ludwig
Zeiszner der Medicin und Naturwissenschaft.
In Galizien war die Literatur so tief gesunken und die Censur so kleinlich, daß
sogar Übersetzungen, wie Bielowskis: „Kriegszug des Igor" und Siemienskis:
„Königinhofer Handschrift" nur mit größter Schwierigkeit veröffentlicht werden
konnten. Das Ossolinski'sche Institut und die von demselben herausgegebenen Jahrbücher
waren der einzige Sammelpunkt einer wissenschaftlichen Thätigkeit. Daß Männer, wie
Bielowski und Kazimir Stadnicki unter solchen Umständen jene historischen Forschungen
anzufangen den Muth hatten, die später zu erfolgreichen Entdeckungen führten, muß
denselben als großes Verdienst angerechnet werden.
Ein wahrhaft schöpferisches Talent läßt sich aber nie vollständig unterdrücken und
so geschah es, daß das polnische Lustspiel eben in Galizien seinen Höhepunkt erreichte.
Graf Alexander Fred ro, Sohn eines altberühmten Hauses, zu Surochöw (bei Jaroslan)
1793 geboren, trat 1809 in die Napoleon'sche Armee ein, zeichnete sich in vielen Schlachten
aus, machte alle Feldzüge als Okkiaior ck'oräonnaiioo des Generalstabschefs