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erwähnte Anton Sigmund Helcel, Paul von Popiel, Graf Adam Potocki, gelangten zu
der Überzeugung, daß man die mächtig emporkommenden revolutionären Ideen mittelst
einer Zeitung bekämpfen müsse. Im Herbst 1848 gründeten sie den Czas, welcher, zuerst
von allen Polnischen Zeitschriften die politische Lage des Landes nicht sentimental oder
rhetorisch, sondern politisch anfzufassen und zu behandeln begann.
Die eigentliche Seele des Czas war Moriz Mann.
Im Jahre 1814 als Sohn eines k. k. Beamten und der Tochter eines Obersten
geboren und in dürftigen Verhältnissen erzogen, verdankte es Mann einem glücklichen
Zufall, daß er seine Studien in Genf und Paris vervollständigen konnte. Geistreich, wie
er war, wußte er, obwohl jung, sich rasch in dem literarischen und Politischen Leben des
Auslandes, vor Allem Frankreichs, zu orientiren; diese Lehr- und Wanderjahre wurden
ihm zur trefflichen Vorbereitung für seine spätere Laufbahn. Seine Grundsätze wurden
durch die Ereignisse des Jahres 1848 zur Reife gebracht: politischer Scharfblick und Bildung
machten ihn zum geborenen Leiter eines katholisch-conservativen Journals. Kein großer
Schriftsteller, aber ein großartiger Publicist, der fünfundzwanzig Jahre lang eine Zeitung
zu leiten verstand, ohne jemals weder die Interessen seines Landes, noch jene des Staates,
dem er angehörte, verletzt, ohne je seine ethischen Grundsätze irgend einem Interesse zum Opfer
gebracht zu haben, wußte er Reclame, Eigennutz, tendenziöse Entstellung der Wahrheit
von seinem Blatte stets ferne zu halten. Als im Jahre 1862 der Czas die drohende Gefahr
eines Aufstandes im Königreiche Polen nicht erkannte und vor derselben zu warnen sich
nicht entschließen konnte, verließ Mann die Redaction und übernahm erst im Jahre 1864 die
Leitung des Journals von neuem. Mann ist in Krakau am 13. November 1876 gestorben.
Die Grundsätze, die der Czas vertrat, wurden in der Monatschrift Posener
Revue von den Brüdern Kozmian, dem bereits erwähnten Shakespeare-Übersetzer
iLtanislans, und Johann, einem der ausgezeichnetsten polnischen Geistlichen, verbreitet.
Das Glänzendste aber, was die polnische Publicistik jener Zeit hervorgebracht hat, waren
die '»ViuckoiuoSei kolslrio (Polnische Nachrichten), eine Wochenschrift, die in Paris
vom Jahre 1857 bis 1860 von Julian Klaczko und Valerian Kalinka herausgegeben
wurde. Sie bekämpfte die Politik der sogenannten demokratischen Partei, namentlich die
geheimen Verschwörungen, mit einer Beredsamkeit und Energie, die ihresgleichen nur in
den Gedichten eines Krasinski oder in den Predigten eines Kajsiewicz hatte. Außerdem
gab das Blatt eine Übersicht der politischen, socialen, kirchlichen und culturellen Zustände
Polens, die an Genauigkeit und gesunder Kritik nichts zu wünschen übrig ließ. Das
Tatsächliche wurde in der Regel von dem Praktisch-nüchternen Kalinka, das principiell
Politische meistens von Klaczko bearbeitet. Der letztere übernahm auch die literarische
Kritik und seine Abhandlungen sind bis jetzt das Schönste geblieben, was die polnische