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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Außer der Belletristik wurde iu Galizieu auch die Geschichtsschreibung gepflegt. Viele 
historische Werke schrieb Isidor Saranewyc in ruthenischer, polnischer und deutscher 
Sprache. Sein wichtigstes Werk ist die Geschichte von Halicz und Wladimir (Ueuogiu 
u»^uu,uo-izonoM»inpouoti ?^on, Lemberg 1863). Außerdem schrieb er eine historische 
Erzählung „llanbiuua Oo'rpomeua" (Halska von Ostroh) und lieferte den Beweis dafür, 
daß er ein wissenschaftliches Thema auch populär darstellen könne. Ein ersprießliches 
Wirken entfalteten auch die Historiker: Stefan Kacala, Emil Partyckij, Julian Ceiewyc, 
Alexander Barwinskij, Kornelius Zakiynskij und andere. Kacala (gestorben 1888) 
schrieb mit Gewandtheit mehrere populäre geschichtliche Abhandlungen. Partyckij 
(gestorben 1895) war bestrebt, in seinen Monographien die vorgeschichtlichen Zustände 
des Heimatlandes, allerdings nicht immer mit gehöriger Kritik, zu reconstruiren. Außerdem 
befaßte er sich mit philologischen Untersuchungen und hat unter anderen die schwierigeren 
Stellen des Gedichtes vom Heereszuge Igors zu erklären und die Rhythmik des genannten 
epischen Gedichtes festzustellen versucht. Celewyc (gestorben 1892) war ein eifriger 
Geschichtsforscher und hat namentlich durch die Veröffentlichung der Monographie 
Nimaueirilu" zur Aufklärung der älteren Culturzustände der Ruthenen in Galizien bei 
getragen. A. Barwinskij schrieb (1889) eine populäre ruthenische Geschichteund veröffent- < 
lichte bisher fünfzehn Bände der ruthenischen historischen Bibliothek. Außerdem ver 
anstaltete er eine Reihe von Übersetzungen verschiedener Artikel historischen und cultur- 
geschichtlichen Inhaltes und machte sich um die Hebung des pädagogischen Vereins, sowie 
des wissenschaftlichen Sewcenko-Vereines wohlverdient. Schließlich sei hier bemerkt, daß 
der früh verstorbene Zakiynskij mehrere gründliche Monographien verfaßt hat. Als 
historische Schriftsteller verdienen auch O. Kaiytowskij, Iw. Matijiw, Sew. Zaryckij 
und Gr. Welycko genannt zu werden. Geschichtliche Bücher für das Volk haben B. D'idyckij, 
B. Jlnyckij und andere geschrieben. In neuester Zeit entwickelt der an der Universität 
Lemberg angestellte, in Kiew gebildete Professor für ruthenische Geschichte M. Hrusewski 
eine ersprießliche Thätigkeit. Er ist Director der historischen Section4>es wissenschaftlichen 
Sewcenko-Vereines. 
Ans dem Gebiete der ruthenischen Sprache und Literatur trat eine ganze Reihe von 
Schriftstellern auf. Ruthenische Grammatiken haben nachstehende Schriftsteller veröffentlicht: 
Luckay, Josef Lewyckij, Josef Lozynskij, Johann Wahyiewyc, Jakob Hotowackij, Philipp 
D' acan, MichaelOsadca (diedritte Ausgabe derselben besorgten I. Onyskewyc und O. Lepkij), 
Emil Ohonvwski, Stefan Smal-Stockij, Gregor Saskewyc, Johann Hlibowyckij, Emil 
Popowhc und andere. EmilOhonowskij(Ogonowski, geboren 1833, gestorben 1894) ist der 
Verfasser der „Studien auf dem Gebiete der ruthenischen Sprache" (1880), der ruthenischen ^ 
Grammatik (1889) und der ruthenischen Literaturgeschichte (sechs Theile, 1886 bis 1894).
	        
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