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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Von  den  Holzbauten  der  lateinischen  und  griechisch-katholischen  Kirchen  in  Galizien
wird  ihr  bescheidener  künstlerischer  Gehalt  auf  kleinstädtische  Bauwerke  und  speciell  die
Wohnhäuser  an  Marktplätzen  und  in  den  nahe  gelegenen  Gassen  übertragen.  Schmutzige
und  verwahrloste  jüdische  Niederlassungen  zeigen  hier  und  da  malerische  Häuser  mit  Frontgiebeln ­
  und  Laubengängen  auf  schön  geschnitzten  Stützsäulen,  die  oben  durch  Bogen  gebunden
und  manchmal  mit  zierlichen  Gehängen  von  Stützsäulen  versehen  sind.  Wo  die  Laubengänge
fehlen,  vertritt  sie  ein  stark  hervortretendes  Dach  auf  vorschießenden  Tragbalken  oder
zierliche  Säulen  rücken  an  die  Hauswände  heran,  um  mit  schiefen  Streben  die  Querbalken
zu  stützen.  In  den  offenen,  von  einem  Laubengange  getragenen  Räumen  im  Stockwerk
feiern  die  Juden  das  Laubhüttenfest.  Solche  malerische  kleinstädtische  Märkte  schwinden
allmälig  in  Galizien,  sie  werden  durch  Brände  vernichtet,  um  an  Bobowa,  Wisnicz,
Czortköw  u.  s.  w.  zu  erinnern.  Doch  finden  sich  solche  noch  in  Zakliczyn  am  Dunajec,
in  Rymanöw,  in  Lisko,  in  Czortköw,  in  Zabno,  Krosno  u.  s.  w.  Die  Säulen  sind  wie  in
den  Kirchen  beider  Riten  unten  quadratförmig  bearbeitet,  in  der  oberen  Hälfte  gehen  sie
in  Geländersäulen  über,  deren  Fasen  mit  der  Axt  hergestellt  ist,  und  enden  in  bescheidenen
Capitälen.  Ähnliche  Holzbauten  kommen  in  alten  Adelsgehöften,  in  jüdischen  Bethäusern
(Jabtonöw)  und  in  Wirthschaftsspeichern  vor.
Romanische  Epoche.  Durch  Vermittlung  der  uralten  Niederlassung  an  dem
Gelände  der  Weichsel  und  durch  deren  bischöfliche  Residenz,  das  ist  durch  Krakau,  das  von
Polen,  sowie  von  abendländischen  Kaufleuten  bevölkert  war,  kam  der  nördliche  Theil  des
heutigen  Galizien  ziemlich  frühzeitig  —  im  XI.  Jahrhundert  —  mit  den  Baustilen  des
occidentalen  Europa  in  Berührung.  Dunkle  Nachrichten  der  Chronisten,  welche  die  heutige
Wissenschaft  bestätigt,  melden  von  architektonischen  Arbeiten  der  Benediktiner  in  Krakau
und  seiner  Umgebung,  die  aus  den  fernen  Rheingegenden  ins  Land  kamen,  und  von  der
Thätigkeit  der  Fürsten  und  Bischöfe  auf  dem  Gebiete  der  Architektur  vor  dem  XII.  Jahrhundert. ­
  Das  älteste  Denkmal  dürfte  unstreitig  die  unterirdische  romanische  Krypta  der
Kathedrale  auf  dem  Schloßberg  von  Krakausein,  welche  Bischof  Maurus  imJahrelllO
einweihte.  In  der  im  XIV.  Jahrhundert  von  Grund  aus  im  gothischen  Stil  umgebauten
Kathedrale  befindet  sich  an  der  Westseite  unter  der  Erde  jener  Rest  des  ältesten  Krakauer
romanischen  Baues  der  Kathedrale.  Die  Krypta  ist  durch  Säulenreihen  in  drei  Schiffe  von
gleicher  Breite  getheilt,  mittels  Gurten  in  zwölf  Kreuzfelder  ohne  Rippen  eingewölbt  und
besitzt  auf  der  Westseite  eine  halbkugelförmige  Apsis,  welche  deutlich  für  die  Plananlage  der
ursprünglichen  Kirche  mit  einer  westlichen  und  östlichen  Apsis  im  Geiste  der  romanischen
Kathedralen  am  Rhein  Zeugniß  gibt.  Gebaut  aus  mächtigen  Quadern  mit  monolithen
Säulenschüften,  Würfelcapitälen  und  Consolen,  an  den  Wänden  mit  primitiven  Profilen,
weist  sie  durch  die  sorgfältige  Bearbeitung  der  Qnaderflächen  und  der  architektonischen
            
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