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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Malerisch  sehen  die  Ruinen  des  Schlaffes  in  Halicz  ans,  die  nmso  interessanter  sind,
als  ihre  Reste  das  mittelalterliche  Fortificationssystem  zeigen,  obwohl  das  Schloß  erst
Andrzej  Potocki,  der  Starost  von  Halicz,  1658  erbaute.  Die  Pläne  entwarf  der  Ingenieur
Franz  Corazzini  aus  Avignon.  Ebenfalls  malerisch  erscheint  die  Schloßruine  im  Städtchen
Skala  am  Zbruez,  welcher  Bau  im  XVI.  Jahrhundert  von  dem  Geschlecht  Lanckoronski
aufgeführt  wurde.
Von  der  Reihe  von  Schlössern  mit  Magnatenwohnungen  in  Ruthcnien  ist  dvch
wenigstens  eines  intakt  geblieben:  das  Schloß  Podhorce  unfern  Olesko,  das  wegen  der
darin  aufgehäuften  und  gehüteten  herrlichen  Cultnrobjecte  des  XVII.  Jahrhunderts,  wegen
der  in  ursprünglicher  Reinheit  erhaltenen  Decoration  der  Decken,  der  Täfelung  der  Wände
und  der  Kamine  und  wegen  der  allgemeinen  Stimmung  des  ganzen  Bauwerkes  ein  wahres
Kleinod  ist.  Waetaw  Rzewuski,  der  Sohn  des  Hetmans,  hat  zahlreiche  Andenken  an  die
Sobieski  gesammelt.  Das  Schloß  erbaute  der  Oberstkronhetman  Stanislaw  Kvniecpolski.
Es  bildet  ein  Rechteck  mit  zwei  Seitenpavillons  im  Stil  der  Spätrenaissance  und  macht
trotz  seiner  Einfachheit  einen  erhabenen  Eindruck.  Das  Ganze  umgibt  eine  starke  Mauer  mit
schönem  Einfahrtsthor;  Terrassen  mit  Balustraden  erheben  sich  über  den  Verschanzungen,
in  ihrer  Gesellschaft  befinden  sich  achteckige,  auf  Consolen  vorgeschobene  kleine  Wachtthürme.
Im  oberen  Stockwerke  des  Schlosses  gibt  es  eine  Loggia  und  die  Stelle  des  alten  Treppenhauses ­
  nimmt  eine  Kapelle  ein.  Das  Schloß  ist  gegenwärtig  Eigenthum  des  Fürsten
Eustachius  Sanguszko.
Von  diesen  Repräsentanten  des  Magnatenthnms  kehren  wir  zu  denjenigen
Festungswerken  zurück,  die  heute  Ruinen  sind,  einst  aber  der  Bevölkerung  in  diesen,
den  Einfällen  der  Feinde  so  sehr  ausgesetzten  Gegenden  des  Landes  Schutz  boten.
Sie  finden  sich  längs  der  alten  Tat  arenstr  aßen,  ans  denen  diese  Feinde  ins
Land  zogen.  Sie  finden  sich  auf  hervorragenden  Anhöhen  als  ein  umfangreicher  Platz,
der  durch  starke  rechteckig  oder  häufiger  vieleckig  herumlaufende  Mauern  mit  Basteien  und
riesigen  runden  Belluarden  und  mit  einer  Reihe  von  Schießscharten  in  den  Stockwerken  für
Geschütze  und  Handwaffen  abgeschlossen  ist.  Der  häufig  zierliche  Eingang  ist  im  unteren
Thcile  des  Thurmes  angebracht.  Alles  umgab  ein  Wall  und  Graben.  Die  Einrichtung
einer  solchen  Festung  zeugt  häufig  von  Verständniß  des  Ingenieurs,  der  von  dem  Gründer
aus  der  Fremde  berufen  wurde;  der  Gründer  verkündigt  sein  Verdienst  durch  eine
Marmorinschrift  unter  dem  Hanptthor.  Solche  Fortalitien  schießen  mit  ihren  Bauwerken
nicht  in  die  Höhe,  sondern  sind  ausgedehnt  und  in  den  Proportionen  gedrückt.
Die  Ruinen  des  Schlosses  Hcrburt  bei  Dobromil  repräsentiren  einen  Typus,  der
sein  Fundament  auf  dein  Gipfel  eines  hohen  und  mit  Wald  bedeckten  Berges  ausgesucht
hat.  Der  Zutritt  ist  hier  schwierig;  Mauern  schließen  die  zum  Schutze  der  Bevölkerung
            
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