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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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bewaldet sind, obwohl dieselben noch als Wald angegeben werden; wenn man aber die 
nicht unbedeutende, von amtswegen eingeleitete, von Privaten und von Gemeinden stetig 
fortgeführte Bewaldung der Flugsandflächen, wie auch viele Wiederbewaldungen und 
Aufforstungen aufgelassener Äcker berücksichtigt, so wird die vorgenannte Ziffer wohl 
nicht weit von der Wirklichkeit abweichen. 
Die größere Hälfte des Waldbestandes bilden theils reine, theils mit einem geringen 
Procent Laubholz durchsetzte Nadelwälder, namentlich im Gebirge und in der sarmatischen 
Niederung; die Vorberge, das Hügelland wie auch Podolien (letzteres ausschließlich) 
nehmen die Laubwälder ein, die wenigstens zur Hälfte als Niederwald genutzt werden. 
Wenn man die vorgenannte Waldfläche als bestehend annimmt, so gehört Galizien 
zu den absolut waldreichsten Kronländern Österreichs, relativ aber ist es bei seiner 
7,850.173 Hektar betragenden Gesammtfläche das waldürmste, indem es mit seinen 24'88 
Procent Waldfläche (abgesehen von dem wirklichen Werthe) nicht einmal mit Dalmatien 
concurriren kann. 
Die Vertheilung des Waldes in Galizien ist ziemlich ungleichmäßig; denn sogar in 
den Karpathen, die weitaus waldreicher sind als das übrige Land, ist das östliche Ende 
vorwiegend Wald (Gebirgsantheile der Bezirke Kosöw, Nadwörna, Dolina, Kakusz, 
Stryj, Lisko), die Mitte hat sehr zerstreute Wälder, und erst gegen das westliche Ende 
der galizischen Karpathenkette treten wieder die Wälder in den Vordergrund (in den 
Bezirken Nvwysgcz, Nowytarg und Zywiec). Noch auffallender ist die ungleichmäßige 
Vertheilung des Waldes im Hügel- und Flachlands mit Einschluß Pvdvliens, der sich hier 
längs der Karpathen und seiner Vorberge von Westen nach Osten und dann nach Südosten 
lang hingestreckt hinzieht. Der westliche Theil mit grvßentheils trockenen Sandböden hat 
nur einige auffallend stärker bewaldete Bezirke (Chrzanöw, Myälenice, Bochnia), dann 
folgen waldarme Gegenden bis in die Nähe des Sanflusses, wo wiederum große Wald- 
cvmplexe auftreten und sich bis zur nordöstlichen Landesgrenze fortsetzen (in den 
Bezirken Tarnobrzeg, Nisko, Cieszanöw, Rawa, Svkal, Kamionka, Brody, theilweise 
Zvlkiew und Zloczöw). An diese anlehnend zieht sich wieder ein waldigerer Streifen von 
Lemberg nach Südosten (in den Bezirken Lemberg, Böbrka, Przemyslany, theilweise 
nur Brzezany, Podhajce, Buczacz) als Grenze gegen Podolien, wo die Wälder nur 
gruppenweise zerstreut auftreten (in den Bezirken Borszczöw, Czortköw, Trembvwla, 
Hnsiatyn), indem ein großer Theil Podoliens und ein Theil Pokutiens ganz waldlos 
ist (Bezirk Hvrodenka und der größere Theil der Bezirke Brzezany, Podhajce, Trembvwla, 
Tarnopol, Skalat) und vor etwa 30 Jahren grvßentheils noch eine echte, uncultivirte 
Steppe mit einer eigenthümlichen Gras- und Staudenflora war, die leider im Verschwinden 
begriffen ist.
	        
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