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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Erscheinung, die um so auffallender wirkt, wenn weithin nichts als Nadelwald zu sehen ist. 
In nicht zu stark geschlossenen, auf mehr sandigem Boden erwachsenen Beständen, oft an 
sanften Hügelabhängen tritt als große Zierde des im Ganzen einförmigen Kiefernwaldes 
der rosmarinblättrige Seidelbast (Dnplmo ensorum) auf, dessen tiefrothe Blumen einen 
betäubenden Wohlgeruch aushauchen. An fruchtbaren Stellen ist die Kiefer mehr oder 
weniger mit Eschen, Ulmen und besonders mit Schwarzerlen durchsetzt, von denen die 
letztere an moorigen, aber von rinnenden Bächen durchtränkten Stellen gewöhnlich ganz 
in den Vordergrund tritt und dann, wenn auch nicht große doch reine, meist aus 
geraden, hochschaftigen Bäumen zusammengesetzte Bestände bildet. Im sumpfigen Kiefern 
walde wächst oft der Sumpfporst (Dockuim xmlnstre), dessen düster grünes Gezweigs 
manchmal die rosenrothen Sternchen der nicht häufigen poleiblättrigen Andromede 
erhellen. Den Wald unterbricht manchmal eine schwarze, mit Schilf, Moorweiden und 
hohen Binsen eingefaßte, den Himmel und die nächsten Bäume wunderbar spiegelnde 
Wasserfläche oder eine Lichtung, deren schwankenden Boden verrätherisch ein mit Sonnen- 
thau (Drosera) und Moosbeeren gezierter Torfmoosteppich deckt; seltener sind trockene, 
mit Besenhaide bewachsene oder nackte sandige Bodenerhebungen. 
Den bisher beschriebenen Waldformen ganz unähnlich ist der podolische Wald, 
der sich unter ganz anderen Standortsverhältnissen entwickelt hat. 
Die Podolische Hochebene, der auch ein großer Antheil Pokutiens vollkommen 
ähnlich ist, hat einen zwar lehmigen (oft Löß) und fruchtbaren, aber meistentheils ans 
durchlassenden tertiären Schichten lagernden Boden. Dieselbe gehört dem pontischen 
Gebiete an und hat demgemäß ein Steppenklima, das aber, weil diese Hochebene in 
Galizien zwischen den sehr waldreichen sarmatischen und noch waldigeren karpathischen 
Gau eingeschoben ist, merklich gemildert erscheint. Ungeachtet dieser Milderung des Steppen 
klimas sind nur die nördlichen und westlichen Ränder wie auch einige wenige hügeligen 
Striche (die sogenannten Miodoboryberge, dann bei Trembowla, Czvrtköw, Utaszkowce, 
Skata) stärker bewaldet, das übrige Land, besonders die große mittlere Ebene ist aber 
waldlos und war auch vor etwa 30 Jahren großentheils noch wirkliches, mit einer eigen- 
thümlichen Flora ausgestattetes Steppenland (Pantalicha-Steppe, Ptosko bei Kozova u. a). 
Eine Eigenthümlichkeit aller podolischen und pokutischen Wälder ist der absolute 
Mangel spontan erwachsener Nadelhölzer und immergrüner Strüncher. Die in den anderen 
Gebieten so häufige Besenhaide, die Preißel- und Moosbeere fehlen hier gänzlich und nur 
der (auch nicht häufige) Epheu vertritt hier die immergrünen Gehölze. Sogar Farren- 
kräuter (außer den: Adlerfarren) und Moose sind nicht häufig. Die Wälder sind hier, 
wo die Nadelhölzer nicht künstlich eingeführt wurden, Laubwälder, die theils als Hoch-, - 
theils als Niederwälder bewirthschaftet werden.
	        
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