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höherem Grade ungleichwerthige Wälder, deren Erhaltung aber aus klimatischen und
volkswirthschaftlichen Rücksichten sehr wichtig ist. Das ist aber keine leichte Aufgabe. Nach
vor wenigen Jahren widersetzten sich viele Landgemeinden hartnäckig, oft gewaltthätig
der Ablösung von Waldservituten und der Einführung einer schonenderen Behandlung
ihrer Wälder; sogar Aufforstungen von Flugsandflächen wurden anfänglich in vielen
Gegenden zwangsweise durchgeführt; auf halbwegs besseren Bodenarten aber ist noch jetzt
der Kampf zwischen der Land- und Forstwirthschaft sehr lebhaft und wird leider nur zu
oft zu Ungunsten des Waldes entschieden.
Die Holznutzung ist in Galizien im Allgemeinen übermäßig, was für einige wald
reiche Gegenden damit begründet wird, daß das stockende Holz theils schon überständig
ist, theils in kurzer Zeit überständig sein wird. Aber für viele Gegenden ist diese Begrün
dung unzulässig, indem kaum ins haubare Alter eintretende, oft viel jüngere Bestünde
hingeopfert werden. In einigen wenigen Gegenden und bei sorgfältiger künstlicher
Verjüngung kann ein solches Verfahren finanziell gerechtfertigt werden, nicht aber in der
Mehrzahl der Fälle, wo die Besitzer des geschlagenen Waldes die Verjüngung desselben
dem Zufalle überlassen oder dieselbe oft absichtlich vernachlässigen, um den Waldboden erst
als Viehweide, dann unbemerkt als Acker zu benutzen.
Außer solchen und ähnlichen, leider noch sehr zahlreichen Mißwirthschaften, die in
einem immerwährenden Kriege mit dem Landesforstinspectorate stehen, hat Galizien glück
licherweise noch sehr viele Wälder, deren Bestehen wenigstens auf viele Jahre gesichert
erscheint. Außer den k. k. Dvmäuengütern, in denen nach Zukauf der Herrschaft Nadwörna
gegenwärtig 294.222 Hektar Wald ganz correct bewirthschaftet werden, außer den unter
amtlicher Controls stehenden Fonds- und Kirchengütern gibt es noch viele private Wald-
wirthschaften, welche nicht nur sehr groß sind, sondern auch oft als wirkliche Pflanz
stätten und Vorbilder des Fortschrittes in der Bewirthschaftung der Privatwälder
angesehen werden können (Krzeszowice, Jzdebnik, Lancut, Krasiczyn, Poturzyca und
viele andere). Besonders gilt-dies von solchen Forstwirthschasten, wo neben der
sorgsamsten Verjüngung und Pflege des Waldes das Holz nicht nur in eigener Regie
geschlagen und sorgsam sortirt wird, sondern wo das entsprechende Holz auch industriell
in eigenen Fabriken verfeinert zum Verkaufe gelangt und in dieser Weise die höchste
Ausnutzung erzielt wird (erzherzogliche Domäne Zywiec; die Forste des Fürsten
E. Sanguszko bei Tarnöw).
Die Verjüngung der Hochwälder geschieht größtentheils durch natürliche Besamung,
obwohl der Verkaufsmodus des haubaren Holzes sehr oft die regelmäßige natürliche
Verjüngung erschwert, manchmal sogar in Frage stellt. Nur in wenigen, sehr intensiv
bewirthschafteten Forsten wird die künstliche Verjüngung systematisch durchgeführt.