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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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aber immerhin Hunderte von Morgen benützende Teichwirthschaften reihen, wie in Kaniöw, 
Grojec, Tomice, Porxba wielka, Krzyz u. s. w. Die Rentabilität der rationellen Teich- 
wirthschaft ist so augenscheinlich und hat so anregend gewirkt, daß gegenwärtig etwa 300 
Hektar Land von Kleingrnndbesitzern in Westgalizien zu kleinen Teichen verwendet sind. 
Rationelle Waldteichwirthschaft hat sich auch auf Ostgalizien ausgedehnt, indem das 
in den Forsten des Fürsten Sanguszko in Wierzchostawice bei Tarnöw gegebene Beispiel 
auf den Gütern des Grafen Stephan Zamojski und in den Forsten der Graf Skarbek'schen 
Stiftung glücklich nachgeahmt wurde. 
Bei der rationellen Teichwirthschaft ist der Karpfen der Hauptfisch. 
In den Ortschaften, welche an größeren Flüssen gelegen sind, widmen sich dem 
Fischfänge meistens ärmere, in keinem gewerblichen Verbände stehende Leute, nur in 
Krakau besteht eine neu organisirte Fischerinnung, deren Entstehen bis ins XV. Jahrhundert 
hinaufreicht (Statuten 1481 bestätigt). Bei der Teichwirthschaft werden gelernte Fischer 
meister verwendet, zum Abfischen aber werden aus den nächsten Ortschaften gewöhnliche 
Arbeiter gemiethet. 
Das Fischen ist eine oft mühsame, wenig Abwechslung bietende Beschäftigung, darum 
zählt es nur wenige Liebhaber in den intelligenteren Kreisen des Landes. Da aber die Fische 
ein schmackhaftes Nahrungsmittel sind, der ungenügenden Production wegen thener bezahlt 
werden und der unerlaubte Fischfang fast unmerklich betrieben werden kann, so finden sich 
unter den anwohnenden Landleuten immer einige, welche in fremden Fischwässern gern 
fischen und unter diesen wieder manche, denen der Fischfang zur Leidenschaft wurde, und 
welche dabei auch größere Gefahren nicht scheuen. Das Anschleichen ans Wasser, das 
Auswerfen einer Angelschnur, das Befahren eines Teiches im Kahne bei Nacht und Unwetter 
ist gefahrlos; anders gestaltet sich aber die Sache, wenn bei strengerer Aufsicht das Fischen 
nur weit vom Ufer im Röhricht möglich und die Benützung eines Kahnes unmöglich wird. 
Dann Hilst einem verwegenen Fischdieb manchmal ein kleines, dreieckiges, ans Binsen 
garben gebundenes Floß, ans welchem kauernd derselbe fast lautlos über das dunkle 
Wasser gleitet, dabei fleißig und selten erfolglos fischt, ohne zu bedenken, daß ein Zerreißen 
des Floßes oder das Festsitzen im hohen Schilfe oft lebensgefährlich sein kann. 
Bergbau und Hüttenwesen. 
Galizien zerfällt in geologischer wie auch in orographischer und landschaftlicher 
Beziehung in vier scharf von einander getrennte Gebiete, und zwar in das Krakauer 
Gebiet zwischen Szczakowa und Krakau, in das Karpathengebirge mit der Tatrakette und 
dem subkarpathischen Miocänstreifen, in das galizische Podolien zwischen Sokal und
	        
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