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Brzeöc-Kicwcr Bahn am 21. November 1870 abgeschlossenen Übereinkommens den
27. August 1873 dem Verkehre übergeben werden.
Am Schlüsse des Jahres 1870 besaß Galizien 882'8 Kilometer, das ist 1l28
Kilometer per 100 Quadratkilometer Eisenbahnen, welche an Kapital 100,006.554 Gulden
österreichischer Währung erfordert hatten. Im Jahre 1870 wurden auf diesem Bahnnetze
1,295.652 Zugskilometer der Personen führenden Züge (mit 1,146.788 Personen) und
1,622.175 Güterzugskilometcr erzielt. Das Gesammtnetz besaß 1870: 161 Locomotiven,
168 Condncteur- und Gepäckswagen, 299 Personen- und 3798 Güter- und sonstige Wagen.
Im Jahre 1869 erhielten die Concessionäre der „Ersten ungarisch-galizifchen Eisen
bahn" die Bewilligung zum Baue und Betriebe einer Eisenbahn von Przemysl nach
Lupkvw an die ungarische Grenze mit der Fortsetzung auf ungarischem Gebiete bis Legenye
Mihäly zum Anschluß an das Netz der ungarischen Nordostbahn. Hievon ist die öster
reichische Strecke im Laufe des Jahres 1872, der Grenztunnel erst am 31. Mai 1874
eröffnet worden. Die Gesammtlänge dieser Linie bis zur Station Lupköw betrügt
143 Kilometer.
Mit Allerhöchster Entschließung vom 5. September 1870 wurde einem Consortinm
der „Dniestr-Bahn" die Concefsion für den Bau und Betrieb einer Linie von Chyröw
bis Drohobycz und Stryj mit der Zweigbahn von Drohobycz nach Boryslaw ertheilt.
Durch die Ungunst der Zeitverhältnisse verzögerte sich der Ban bis Ende 1872. Aber
auch der Betrieb gestaltete sich in der Folge so ungünstig, daß die Gesellschaft genöthigt
war, unter Verpfändung der Bahn und des Fahrparkes ein Anlehen anfzunehmen und
am 31. December 1875 ein Übereinkommen zu genehmigen, welches der Prioritäten-Cnrator
mit der Staatsverwaltung dahin abgeschlossen hatte, daß die mit einem Aufwands von
12,000.000 Gulden hergestellte Bahn um den Preis von 2,100.000 Gulden an die
Staatsverwaltung übergehen sollte. In Folge des Gesetzes vom 18. März 1876 ging am
1. April 1876 die Dniestr-Bahn in den Besitz des Staates über und wurde in den
Betrieb der Ersten nngarisch-galizischen Eisenbahn für Rechnung des österreichischen
Staatsärars gegen Vergütung der Selbstkosten übergeben. Die hierin gelegene Rückkehr
zum StaatSbahnprincipe wurde übrigens schon drei Jahre früher, ebenfalls in Galizien,
zum ersten Male vollzogen. Im Jahre 1873 ist nämlich nach mehrmaligen fruchtlosen
Versuchen der Concessionsertheilung der Bau einer Linie Tarnöw-Leluchöw ungarische
Grenze — (145'7 Kilometer) auf Staatskosten angeordnet worden. Die Eröffnung erfolgte
am 18. August 1876, den Betrieb übernahm wieder die Erste ungarisch-galizische Eisen
bahn für Rechnung des österreichischen Staatsürars gegen Vergütung der Selbstkosten.
Seither trat bei der Regierung immer mehr das Bestreben zu Tage, Verbindungs
bahnen zwischen Galizien und Ungarn, das ist in gewissen Distanzen Verbindungslinien