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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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Um  dahin  zu  gelangen,  müssen  wir  nach  Podhorodce  längs  des  Stryjslusses,  von
da  aber  an  der  Ortschaft  Urycz  vorüber  durch  eine  wilde,  waldige,  beinahe  pfadlose
Gegend.  Wir  lassen  uns  die  Gelegenheit  nicht  entgehen,  unterwegs  auch  die  berühmten  Felspartien ­
  von  Urycz,  das  Ziel  zahlreicher  Touristenexcursionen,  in  Augenschein  zu  nehmen.
Nach  kurzem  Marsche  gewahren  wir  plötzlich  beim  Verlassen  der  Schlucht  die  mächtigen
Sandsteincolosse  von  Urycz,  deren  graue  mit  Moos  bedeckte  Häupter  hoch  über  den  grünen
Tannen  emporragen.  Zahlreich  sind  die  Spuren,  daß  diese  Felsen  einst  bewohnt  waren
und  als  natürliche  Festung  dienten.  Man  sieht  da  ausgemeißelte  Gemächer,  Cistcrnen  und
Treppen,  man  bemerkt  Theile  von  Mauerwerk,  das  die  ohnehin  starke,  natürliche  Festung
uneinnehmbar  machen  sollte,  inan  hört  unter  den  Füßen  den  dumpfen  Wiederhall
verborgener  unterirdischer  Räume.  Verwitterte,  größtentheils  unlesbare  Inschriften  scheinen
auf  irgend  einen  Ungliicksfall,  auf  Tod  und  Elend  hinzudeuten.  Zwei  Stunden  von
Synowvdzko  entfernt,  befindet  sich  in  der  Nähe  der  Ortschaft  Bubniszcze  eine  ähnliche
Felspartie  mit  ausgemeißelten  Gemächern,  Cisternen  u.  s.  w.  In  geologischer  Beziehung
ist  das  ein  und  dieselbe  Zone  des  dickbankigen  massigen  Jamnasandsteines,  der  überall,  wo
er  auftritt,  zu  Folge  der  außerordentlichen  Mächtigkeit  der  Schichten  und  der  Widerstandsfähigkeit ­
  gegen  Verwitterung  die  Neigung  zur  Felsbildung  hat.
Nach  einigen  Stunden  anstrengender  Wanderung  durch  den  Urwald  gelangen  wir
in  ein  offenes  Thal  und  erblicken  nun  ein  merkwürdiges  Bild.  Mitten  in  der  Waldwildniß
bilden  Hunderte  von  Bohrthürmen  eine  förmliche  Stadt,  zahlreiche  Maschinen  erzeugen
dicke  Rauch-  und  Dampfwolken,  zahllose  Arbeiter  sind  —  ähnlich  den  Ameisen  —  in  regsamer ­
  Thätigkeit  begriffen.  In  den  Schmieden  klingt  der  Hammer,  in  den  Schächten  ächzt
der  Bohrkrahn  und  schlägt  dumpf  der  Meißel  auf  das  harte  Gestein,  von  Zeit  zu  Zeit
ertönt  der  schrille  Pfiff  der  Dampfpfeife  oder  erklingt  der  gedehnte  Ruf  des  hoch  auf  dem
Thurine  sitzenden  Arbeiters,  der  das  An-  und  Abschrauben  der  Bohrstangen  besorgt.  In
den  fertigen  Schächten  zischt  das  herausströmende  Gas  und  quillt  das  dunkelgrüne,  dickflüssige ­
  Erdöl,  das  in  den  Reservoirs  gesammelt  wird.  Überall  Leben  und  hastige  rastlose
Arbeit,  wir  möchten  fast  glauben,  daß  uns  eine  überirdische  Macht  nach  Pennsylvanien  oder
Ohio  hinübergezaubert  hat.
Wir  setzen  unsere  Reise  in  das  Innere  der  Karpathen  fort.  Die  Eisenbahn  bewegt
sich  bis  an  die  ungarische  Grenze  im  reizenden  Querthale  des  Oporflusses.
Gleich  hinter  Synowödzko  passiren  wir  eine  herrliche,  parkähnliche  mit  alten  Eichen
bewachsene  Wiese,  und  nähern  uns  in  dem  engen,  schluchtartigen  Thale  dem  Marktflecken
Skole.  Von  allen  Seiten  lachen  uns  bewaldete  Berge  entgegen  und  nur  die  höchsten  Spitzen
der  uns  bereits  bekannten  Paraszka-Zeiemin-Kette  leuchten  wie  Flammen  mit  ihren  gelblichgrünen
  Almen.  Zu  unseren  Füßen  schäumt  über  die  Stromschnellen  der  krystallene  Opor
            
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