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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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Augen Rücksicht, so erhält man für erstere 44 3 Procent, für letztere 26 6 Procent. Diese 
Daten haben jedoch für die Erwachsenen keine Geltung, da erfahrungsgemäß in einer 
erheblichen Anzahl von Fällen mit zunehmender Entwicklung die Helle Complexion in 
die brünette umschlägt, ein Verhalten, welches mit Entschiedenheit für die Kreuzung der 
Deutschen Kärntens mit einem fremden Volke von dunkler Complexion spricht. Daß die 
siegenden Germanen die Complexion der Besiegten oder doch Absorbirten annahmen, 
erklärt sich aus der großen Empfindlichkeit, die der pigmentarme Organismus dem 
Pigmente gegenüber zeigt. Auch die Untersuchung der unter den Deutschen Kärntens vor 
kommenden Schädelformen lehrt, daß von einer Typenreinheit nicht mehr die Rede ist; 
überall, selbst in den entlegensten Ortschaften fanden sich, wenn auch die Procentsätze der 
einzelnen Formen variirten, doch stets mehrere Typen vor. Nach dem Verhältnisse der 
Schädellänge zur Schädelbreite sind unter 1.546 Schädeln aus Kärnten 34 Procent lang 
köpfig, darunter 5'7 Procent hohen Grades dolichokephal (Länge: Breite — 100:75 
oder darunter), die übrigen mesokephal (Länge : Breite — 100 : 75'1 bis 80); kurz 
köpfig (brachykephal) sind 66 Procent, darunter nur 19 Procent hohen Grades 
(hyperbrachykephal, Länge: Breite — 100 : 85 oder darüber). 
Bei Rücksichtnahme auf ausschließlich deutsche Bezirke Kärntens steigt der Procent 
satz der Dolichokephalen um 1 Proceut, während die Hyperbrachykephalen abnehmen. 
Unter 981 Schädeln aus solchen Bezirken sind 35 Procent langköpfig (dolichokephal 
und mesokephal) und 65 Procent kurzköpfig, davon jedoch blos 17 Procent hyperbrachy 
kephal. Verglichen mit den im Kronlande Steiermark gewonnenen Resultaten gelangt 
das höchst bemerkenswerthe Ergebniß zutage, daß die langköpfige Form in Kärnten um 
10 Procent häufiger auftritt, die Hyperbrachykephalen hingegen erheblich abgenommen 
haben. Diese Erscheinung ist nicht leicht zu erklären, obwohl man mit einiger Wahr 
scheinlichkeit annehmen kann, daß sie auf einer dichteren Vertretung des dolichokephalen 
Elementes unter den germanischen Einwanderern Kärntens beruht. Es könnte aber auch 
an eine Absorption einer in vorgermanischer Zeit in Kärnten angesiedelten dolichokephalen 
Bevölkerung gedacht werden, womit die Thatsache stimmen würde, daß die Gräberfunde 
Jnnerösterreichs aus vorgermanischer Epoche vorwiegend dolichokephale Schädel aufweisen. 
Nach den aufgestellten Ziffern wären nur gegen zwei Drittel der Deutschen Kärntens kurz 
köpfig. Der Procentsatz der Langköpfe steigert sich aber erheblich, wenn man die Schädel 
nicht nach der üblichen gekünstelten Classification rangirt, sondern auch der Betrachtung 
nach dem Augenmaße einigen Werth beimißt. Man begegnet nämlich Schädelformen, die 
nach der numerischen Classification (Länge: Breite — 100: 80 bis 81) zu den Kurzköpfen 
zählen, die aber, dem Langbau nach zu urtheilen, mit mehr Recht den Langköpfen zugerechnet 
werden sollten. Zu dieser Gruppe von Schädeln, wahrscheinlich Mischformen, in denen der
	        
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