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Almwägelchen.
Kalender verzeichnet steht, den „Bachfeiertag". An einem aschgrauen Werktage Vor
mittags erscheinen die Ortsinsassen, die Mädchen mit bunten Kopftüchern, in der Dorf
kirche, um der „Scharmesse" (das Meßgeld wird geschart, das ist gesammelt) beizuwohnen,
und Nachmittags schreiten sie unter Glockengeläute in Procession betend ein schlichtem
Holzkreuz voran — die mit Schotter und Geröll bedeckten Ufer des Wildbaches ab.
Nach Abschluß der Herbsternte hält man in Kärnten vielseitig Erntefeste ab. Bursche
und Dirnen betheiligen sich an ihrer Abhaltung. Eine hübsche Maid versinnbildlicht die
Ceres, ein feister Junge stellt den Bacchus vor und den Erntewagen, reich beladen mit
Früchten, begleiten Schnitterinnen und Mäher. Auch lustige Brechlerinnen und Sennder-
leute fehlen nicht im Zuge.
In Alpengegenden ist der Auftrieb (15. Juni) und Abtrieb (8. September) des
Viehes auf die Alm und von der Alm ein Festtag. Der Halter treibt das „Galtach", die
„Frischen" und „Miadalan", die Schweine und Rinder auf die Alm. Die Leitkuh ist
bekränzt und mit einer Glocke behängt. Bevor sie abziehen, gibt der Bauer jedem Stück Vieh
geweihtes Salz und ein Palmwuzl mit Johanniwein, dann besprengt er die Abstehenden
mit Stefani- oder Dreikönigswasser, damit dem Vieh auf der Alm nichts Übles passne.
Zum Schluß des Zuges geht die Senndin mit dem „Almgratlan" Vor dem Abmarsch
werden Halter und Sennderleut mit Schmalzmus und Krapfen traktirt.
Geht es abwärts von der Alm, das heißt wird „abgefödelt", so kleknen (schnalzen)
die Halterbuam mit ihren Goaßln, das Vieh wird mit Almblumen bekränzt, und nach
Segnung und Schließung der „Schwoaghütten" gehts thalab.
Da Summa geht uma und hiaz ziagn die lustign
und 's Lab fallt vom Bam, Sennderleut Ham.
Die Sennerin vertheilt ein eigenthümliches Gebäck, im Lieserthal „Schottschimpfl ,
im Katschthal „Schnuraus" und im Glanthal „Roflnudl" genannt, unter die dem Zuge
Begegnenden. Im Dorfe empfängt der Bauer und die Bäuerin ihr liebes Vieh mit großer
Freude und ein „feistes Mahl" vereinigt die Hirtenleute in der großen Stube des Hauses.
Arbeitsbräuche. Um Gertrudis (17. Mürz) beginnt die Feldarbeit. Die ^aun
thaler Slovenen pflegen zu dieser Zeit den Brauch des „Pflugziehens". Es bildet diev
die Jntroduction zur Ackerarbeit. Die Knechte ziehen einen Pflug von Haus zu Hau» und
schneiden Furchen in die Erde. Ein vermummter Bursche lenkt die Pflugsteher, indeß ein
zweiter Gaben einheimst, die gemeinsam verzehrt und vertrunken werden. Im Möllthal
wird aus den Ruthen der Weißelsen ein Ring geflochten „Saaring" (Säering) und in das
Saatgetreide gelegt; der Säemann nimmt das auszusäende Korn nur durch diesen Ring, ^.ie
Frucht soll dadurch, wie man glaubt, vor Hagelschlag geschützt werden und besser gederhen.