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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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oder Nücklassnngen der Franzosen aus dem Jahre 180!) sein mögen. Auch die Ortsnamen 
Malborghet, Talavaj und Pontafel sind italienischer Abkunft. 
Der Rnndgang ist beendet, am Ziel der Bahn den freundlichen Lesern ein treu 
kärntnisch „Schlaunt's wohl!" (Lebewohl). 
Dialectdichtung. — Karg ist die Ährenlese, nachdem uns die Steirer auch noch 
den Karl Morre genommen (geboren am 8. November 1832 zu Klagenfurt), für dessen 
Volksstücke des Meisters Worte zutreffen: 
„Greift nur hinein in's volle Menschenleben! 
Und wo ihr's packt, da ist e4interessant." 
Wohl gäbe es eine stattliche Reihe von Namen der Volksliederdichter im sanglustigen 
Kärnten, hätte man sie aufzcichnen mögen. Aber das Lied ist ja nur ein Kind des Augen 
blicks, Lust und Leid stehen als Pathen an seiner Wiege. Wer fragt da viel nach dem 
Dichter! Wenn es gefällt, so lebt es fort, der Dichter ist bald vergessen. Nur vom besonders 
reich begabten Sänger, der mit gemüthvollem Humor oder beißendem Witz das beste 
Zeug zum Reimen verbindet, spricht man noch durch einige Zeit als von einem, „der's 
kinnen hat." 
Die bekanntesten Vierzeiler haben wohl vom Krapfelde aus, wo diese Art des 
Liedes sich von altersher besonderer Pflege erfreute, durch die weitverzweigte Familie 
von Knapitsch ihre Verbreitung gefunden. 
Im Gnrkthal bleibt der Thurnhofer unvergessen. R. Gorton aus Weitensfeld, 
Besitzer des Thnrnhofes bei Zweinitz, hat gar manches heitere, herzinnige Lied gesungen. 
Ein reichbegabter, freilich nur in sehr bescheidenen Verhältnissen lebender Dichter 
war Georg Brunner, vulgo Zigeuner in Döbriach bei Millstatt. Seine Seele war ein 
unerschöpflicher Liederborn. Auf jeder Hochzeit, auf jedem Kirchtag war er der willkommenste 
Gast, denn traurig hat man ihn nie gesehen, und was er in gereimten Vierzeilern bei 
solchen Gelegenheiten auf dem Tanzboden, umdrängt von begierig lauschenden Paaren, 
sprach, war von verblüffender Wahrheit. 
Das Lavantthal, welches außer den üblichen Vierzeilern recht charakteristische 
Zweizeiler besitzt, nennt als seinen getreuen Sohn Dr. Alois Wölwich (geboren zu 
Weisenau am 28. Juli 1834), jetzt k. k. Notar in St. Paul. Wölwich hat sich nicht nur 
nm die Ausbildung, Verbreitung und Pflege des Kärntnerliedes überhaupt ein großes 
Verdienst erworben, auch gar manches heitere oder tief gemüthliche Lied dankt ihm seine 
Entstehung. 
Edmund Freiherr von Herbert, Pogatschnigg und Herrmann, Frd. Leon, I. Reiner, 
Fr. Decker und Andere haben die in einzelnen Thälern Kärntens gesungenen Weisen 
gesammelt und herausgegeben. Ferdinand Alpenheim brachte in seinen „Gentianen"
	        
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