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Der massige, ernste Ban präsentirt sich als eine dreischiffige Pfeilerbasilica von
etwa 63-21 Meter Länge und 20 55 Meter Breite; drei östliche halbrunde Apsiden, die
mittlere bevorzugt durch Größe uud Schmuck, lehuen sich iu der Axe der Schiffe au die
hohe Ostwaud des über die sonstige Mauerflucht nicht vortretenden Querschiffes; zwei
quadratische Westthürme mit ursprünglich offener Vorhalle dazwischen flankireu das
herrliche Hauptportal. Dieses selbst mit seinen reichen Säulenstellungen ist ein Werk von
hohem decorativen Reiz. Von der äußeren Vorhalle, wegen der alten Wandmalereien mit
Adam und Eva das Paradies genannt, gelangt man in eine innere Vorhalle, welche sich
in drei Bogen gegen das Mittelschiff öffnet und über sich und der äußeren Halle den durch
seiue Wandmalereieu aus dem XIII. Jahrhundert sehr beachteuswerthen Nonueuchor trägt.
Einfache Pfeiler mit Capitäl- und Sockelgesimse, verbunden durch Rundbogen, trennen
die Seitenschiffe vom Mittelschiff. An den Pfeilern des Chores tragen die vorgelegten
Halbsäulen reichere Würfelcapitüle mit schönem Blattwerk. Der östliche Theil des langgezogenen
Kirchenraumes ist um sechs Stufen erhöht und erscheint in etwas gedrückteren
Verhältnissen, denn unter ihm dehnt sich durch das ganze Presbyterium, Querschiff und
Mittelapsis die hundertsäulige vielgenannte Krypta ans, im Volke schlechthin die „Gruft"
genannt. Der Eindruck, den diese schönste aller romanischen Krypten auf den Besucher
macht, ist ein wahrhaft romantischer. Wirklich ein Wald von schlanken weißen Säulen
auf steilen attischen Basen mit den einfachsten Würfeleapitälen, sechsmal nur von massigen
Quaderpfeilern unterbrochen, dehnt sich unentwirrbar vor unseren Augen aus. Die Außenseite
entzückt besonders im Süden und Osten durch das einzig herrliche Material des goldig
abgetönten, krystallinischen Kalksteines der quadergefügten Mauern. Ein reich und hoch
gegliederter Sockel hebt den monumentalen, Kraft und Würde zeigenden Bau vom Boden,
kleine Rundfenster und ein einfaches Südportal beleben die Wände, Arkadenbogen auf
Halbsäulen schmücken die Apsiden, ein reiches, wirkungsvoll mit Zahnschnitt, Zickzackornament
und eingesetzten Kugeln ausgestattetes Hauptgesimse über dem lebendig bewegten
Bogcnfries verbindet die Mauerzinne mit dem Dache. Der schöne Bau ist fast unverändert
auf uns gekommen, nur hat nach einem Brande Ulrich Ultner, Steinmetz in Passau, im
Jahre 1590 statt der früheren Balkendecke das Gewölbe „ausgerichtet, mit Kreuzbogen
von Stein gehauen, verwahrt und verziert".
Engelbert, Graf von Lavant, gründete an der Stelle der väterlichen Burg, wo
schon seine Eltern eine Paulskirche bauten, das bekannte Benedictinerstift St. Paul. Im
Jahre 1093 geschah die Einweihung der unter Leitung von ans Hirschau gekommenen
Mönchen vollendeten Kirche. Von diesem Baue ist wohl kaum etwas übrig. Der nothwendig
gewordene größere Neubau wurde etwa in der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts
vollzogen, aber noch 1264 schwebten Verhandlungen über die zunächst vorzuuehmende