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sonst in einer Kirche des Landes angebracht sind. Breite und hohe Stufenanlagen führen
zu den zwei spitzbogigen Portalen, von denen das südliche reicher mit Giebel- und Fialen
krönung geschmückt ist.
In der Nähe des historischen Bodens Virunums erhebt sich auf einem mäßigen
Hügel die berühmte Wallfahrtskirche Maria-Saal, welche die Geschichte, noch mehr
die geschäftige Sage gleichsam zum Nationalheiligthum des Landes gemacht hat. Über
dem Grabe des Salzburger Wanderbischofs Modestus schaut der zweithürmige dunkel
gefärbte Bau weit hinaus in die liebliche Landschaft. Der Platz war einst ringsum mit
Mauern, Wallgräben, Zugbrücken und Thurinen befestigt und gewährte zur Zeit gefahr
voller Türkeueinfälle hinlängliche Sicherheit. Die Kirche bildet einen langgestreckten
Hallenbau mit vortretendem Altarraum, welcher, wie die zwei Seitenchöre, im Achteck
geschlossen ist; ein schmaler Querschiffraum schiebt sich originell vor den Apsiden durch das
Langhaus, ohne jedoch über die Flucht der Seitenschiffe vorzutreten und von geringerer
Breite als der des Mittelschiffs. Der südliche quadratische Westthurm erscheint mit seinem
Jnnenraum gewissermaßen in die Kirche einbezogen, weil seine nordöstliche Ecke nur auf
einem mächtigen Pfeiler aufsteht. Zwischen den Thürmen und bis zu den ersten Gewölbe
jochen dehnt sich der Orgelchor aus. Dem südlichen Seitenschiff sind eine große Sacristei,
zwei Kapellenräume und eine Thorvorhalle mit angelehnter Rundtreppe vorgebaut. Über
diesen Zubauten sind noch Emporen angebracht, so daß dieser Außentheil der Kirche
einen etwas profanen Charakter erhält. Das Mittelschiff hat die bedeutende Höhe von
18-97 Meter und öffnet sich in fünf spitzbogigen gefällig gegliederten Arkaden gegen die
bedeutend niedrigeren und halb so breiten Seitenschiffe. Außen geben der schön gebildete
Chorschluß, der warme Ton der Quadern in Verbindung mit den buntgemalten Friesen,
die vielen eingemauerten Römersteine und christlichen Grabdenkmäler mit der hübschen
Gruppirung der umliegenden Bauten ein interessantes Bild. Das Innere der altehr
würdigen Kirche macht in seiner Einheitlichkeit einen fast noch tieferen Eindruck auf den
Beschauer, wozu wohl manche Einzelheiten uralter Einrichtungsstücke und eine etwas
spärliche Beleuchtung der ausgedehnten Räume nicht wenig beitragen mögen.
Der magnetische Anziehungspunkt ist das Grabmal des heiligen Modestus, das der
Sage nach immer mehr dem Kreuzaltar sich uähert; wenn es dort angelangt sein wird,
bricht der jüngste Tag an. Das Denkmal besteht aus einer starken Steinplatte, die auf
sechs kleinen Säulen über einem einfachen Sockel ruht, und stammt seinen Formen nach
wie der Kern der Westthürme aus der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts. Über die
Bauzeit der Kirche fehlen chronologische Daten. Nach den jüngst im Chore bloßgelegten
und restaurirten Wandmalereien mit ihrer Zahlenangabe 1435 muß die Ostpartie im
Anfang des XV. Jahrhunderts vollendet gewesen sein. Auf dem Friedhofe steht neben