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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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und mehrerer Familienmitglieder in Lebensgröße aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert 
nebst vielen anderen Porträts. Graf Constantin ließ mittelst eines Korridors nach der 
Hofseite die Burg bewohnbarer machen, da die wälsche Bauart für diese Gegend in der 
Nähe der Gletscher, wo es dreiviertel des Jahres Winter ist, sich doch als zu luftig erwies. 
Im zweiten Stock ist nebst vielen Gemächern das Theater, vollkommen eingerichtet mit 
Sitzen rc. und guten Decorationen von dem Wiener Maler Ludwig Kraißl. 
Loretto bei Klagenfurt am Ausflusse des Wörther Sees in den Lendkanal wurde 
im Jahre 1652 von Andreas Graf Rosenberg erbaut und muß nach den Abbildungen 
Valvasors ein wunderbar reizender Bau gewesen sein. Im Jahre 1708 brannte es aber 
ab und von der ganzen großen Herrlichkeit ist nur ein einstöckiger Ban ohne weitere 
architektonische Zier übrig geblieben, der jetzt nebst einer Restauration mehrere Wohnungen 
für Sommerfrischler enthält. Im Jahre 1706 wohnten hier die in dem spanischen Eibsvlge- 
kriege gefangenen baierischen Prinzen. Sie waren beim Brande zugegen, wurden aber 
glücklich gerettet. 
Ans diesem Jahrhundert ist noch zu erwähnen die Dreifaltigkeitssäule am Heiligen 
geistplatz zu Klagenfurt, welche wegen Abwendung der Pestgefahr im Jahre 1689 errichtet 
wurde. Zn oberst befindet sich ein etwas plumpes Kreuz über dem besiegten Halbmond. 
Anzureihen sind hier noch die restaurirten Schlösser Mageregg, Ehrenhausen, 
Wiesenau, Neuhans, Kollnitz, Treffen, Kollegg und andere, bei denen einzelne gute 
Anklünge der Bauweise dieses Jahrhunderts Vorkommen. Sie sind gut erhalten und 
dienen meist wirthschaftlichen Zwecken. 
Zahlreicher sind die Bauten ans dem XVIII. Jahrhundert, jedoch von geringerer 
architektonischer Bedeutung bis auf einen höchst interessanten und originellen Ban. Nahe 
der Eisenbahnstation Treibach am Zusammenfluß der Gurk und Metmtz m dem tief 
ausgewaschenen Diluvium liegt Zwischenwassern, das Lust- und Jagdschloß der 
Bischöfe von Gurk. Ursprünglich stand hier das Schloß Pöckstein nebst mehrwcn 
bischöflichen Hammerwerken. Unter Fürstbischof Josef Graf Auersperg wurde hier das 
neue Schloß Zwischenwässern vom Architekten Hagenauer 1780 erbaut. Weniger mteressant 
ist die Fa^ade, desto merkwürdiger die innere Eintheilung desselben. Der Ban bildet em 
längliches Viereck mit neun und sieben Fenstern und drei Stockwerken ohne Hofraum. 
Ebenerdig ist ein Eingang mit einfachem, zeitgemäßem Portal, der sich die ganze Lange 
des Baues durchzieht bis zu dem gegenüberliegenden Ansgang. Von diesem Durchgang 
gelangt man zu beiden Seiten in die Kanzlei, die Küche, Magazine und Keller. An der 
Nordseite entwickelt sich ein breites, lichtes Stiegenhaus mit Doppeltreppe für die oberen 
Stockwerke. Ein zweiter Eingang ist an der Südseite, wo man von der schief aufwärts 
führenden Straße über einige Stufen direct in den ersten Stock gelangt. Inmitten ist ein
	        
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