Kunftindnstrie in Kärnten.
as Kronland Kärnten, an den Grenzen Italiens und Deutschlands
gelegen, zwischen dem größten Culturstaate des Alterthums und dem
mächtigsten Reiche, welches christlich-germanische Cnltur geschaffen,
dankt dieser glücklichen Lage wiederholt Culturperioden, in welchen auch
die Kunftindnstrie zu einiger, in manchen Zweigen zu hoher Blüte
gelangte. Zeuge dessen ist die große Menge von Gegenständen kunstgewerblicher Natur,
welche durch den Forschereifer der Gelehrten oder zufällig durch den Spaten des Land
manns aus den Trümmerfeldern römischer Ansiedlungen zu Tage gefördert oder, einer
jüngeren Zeit angehörend, in den Kirchen und Klöstern, in den Schlössern des Adels,
wie nicht minder in den Bürgerhäusern der Städte und Märkte, sowie in den Gehöften
des wohlhabenden Landmanns uns erhalten geblieben sind.
Wenn auch mit Bestimmtheit anzunehmen ist, daß vor der Ankunft der Römer-
Kärnten nicht der gewerblichen Thätigkeit entbehrte, so erblühte doch erst nach der
Vereinigung mit dem Weltreiche in demselben eine Industrie, welche unter dem Einflüsse
des verfeinerten Geschmacks der römischen Colonisten in Bronzeguß, Keramik und
deeorativer Ausstattung der Wohnräume auch zur Kunstindustrie sich entfaltete. Mögen
auch die der hohen Kunst angehörigen Bronzefnndc auf dem Magdalenaberge vielleicht
einer jenseits der Alpen gelegenen Knnstwerkstätte entstammen, so ist es doch kaum
zweifelhaft, daß die in so vielen Orten, besonders an den Stätten von Teurnia und
Virunnm Vorgefundenen äußerst zahlreichen Gebrauchsgegenstünde von Bronze wohl zum