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während von den mehr als hundert übrigen noch erhaltenen kleineren gothischen Kelchen
viele besonders dnrch die vollendete Symmetrie der einzelnen Theile beachtenswert!) sind.
Als Beispiele vollendeter Übergangsformen mögen noch angeführt werden der die Jahrzahl
1607 tragende Kelch der Kirche St. Leonhard im Lavantthal und der Kelch in
St. Peter im Holz ans dem XVI. Jahrhundert. Geringer ist die Anzahl von gothischen
Reliquiarien und Ostensorien, doch sind sie zum Theile dnrch ihr Alter oder dnrch die
vortreffliche Arbeit von Bedeutung. Dem XIV. Jahrhundert gehören an die Reliquiarien
zu Baldramsdorf und in der Seminarkirche zu Friesach. Unter den Ostensorien (circa 10)
sind hervorragend durch ° besondere Schönheit die Monstranze der Pfarrkirche zu
St. Leonhard aus dem XVI. Jahrhundert und durch Größe (78 Centimeter) und reine
solide Arbeit als schönes Beispiel der Übergangsform in gothischer Grundform mit
Renaissanccschmuck die Monstranze in der Stadtpfarrkirche zu Villach. Sehr beachtenswerthe
Arbeiten aus dem XV. Jahrhundert sind noch ein Reliquienkreuz in Kolbnitz, ein
Stehkreuz in Kappel am Krapfeld und Griff und Scheidenbeschläge am Schwerte'des
ersten Hochmeisters der Georgsritter in Millstatt im Museum des historischen Vereines. —
Arm ist Kärnten an wirklich schönen Arbeiten der Renaissance, welche nur langsam die
Traditionen der Gothik verdrängte. Was zum Profangebrauche frühzeitiger in der neuen
Kunstrichtung an kostbaren Gerüchen geschaffen wurde, ist aus dein Lande verschwunden;
minderwerthig sind schon die Schöpfungen des XVII. und XVIII. Jahrhunderts, denn
die Monstranze in Maria-Rain, ein Werk des Meisters I. Stief in Klagensurt von 1659,
zeugt bereits vom Niedergange des einst so blühenden Kunsthandwerkes.
Für die gleichzeitige Blüte jenes Zweiges des Knnsthandwerkes, welcher in Halbedelmetallen
und Legirnngen seine Werke schuf, sprechen nicht weniger die spärlichen, ans
dem XV. und XVI. Jahrhundert stammenden kirchlichen Geräthe ans Kupfer und Bronze,
wie die Taufschüsseln in Lölling und Paternion, das Ostensorium in Ober-Vellach, das
Ciborium in Hohenthurm, die Rauchfässer in Passering und St. Ruprecht bei Völkermarkt
und andere, als auch die zahlreichen Ampeln und Altarleuchter ans Messing und Bronzeguß,
sowie zinnerne Jnnungsbecher mit gut ausgeführten Gravirnngen und anderes noch
hier und da vorhandenes Zinngeräthe aus dem Ende des XVI., besonders aus dem
XVII. Jahrhundert, vor Allem aber der Glockenguß, von welchem sich Meister und Werke
bis in den Anfang des XV. Jahrhunderts Nachweisen lassen. Ein Hans Reicher goß 1400
eine Glocke für Lieseregg und war vielleicht noch ein fahrender Meister wie Adam Sterzer
„aus Pair-Land" 1604, doch gossen schon seit 1528 die Egger in Villach und Klagensurt,
im XVI. und XVII. Jahrhundert die Stampfel, Pacher und Polster, während nach 1554
Benedict Fiering in Völkermarkt seine Kunst geübt hat. Seit der zweiten Hälfte des
XVII. Jahrhunderts sind stets größere Werke von Glockengießern in Klagensurt