Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

224

während  von  den  mehr  als  hundert  übrigen  noch  erhaltenen  kleineren  gothischen  Kelchen
viele  besonders  dnrch  die  vollendete  Symmetrie  der  einzelnen  Theile  beachtenswert!)  sind.
Als  Beispiele  vollendeter  Übergangsformen  mögen  noch  angeführt  werden  der  die  Jahrzahl ­
  1607  tragende  Kelch  der  Kirche  St.  Leonhard  im  Lavantthal  und  der  Kelch  in
St.  Peter  im  Holz  ans  dem  XVI.  Jahrhundert.  Geringer  ist  die  Anzahl  von  gothischen
Reliquiarien  und  Ostensorien,  doch  sind  sie  zum  Theile  dnrch  ihr  Alter  oder  dnrch  die
vortreffliche  Arbeit  von  Bedeutung.  Dem  XIV.  Jahrhundert  gehören  an  die  Reliquiarien
zu  Baldramsdorf  und  in  der  Seminarkirche  zu  Friesach.  Unter  den  Ostensorien  (circa  10)
sind  hervorragend  durch  °  besondere  Schönheit  die  Monstranze  der  Pfarrkirche  zu
St.  Leonhard  aus  dem  XVI.  Jahrhundert  und  durch  Größe  (78  Centimeter)  und  reine
solide  Arbeit  als  schönes  Beispiel  der  Übergangsform  in  gothischer  Grundform  mit
Renaissanccschmuck  die  Monstranze  in  der  Stadtpfarrkirche  zu  Villach.  Sehr  beachtenswerthe
  Arbeiten  aus  dem  XV.  Jahrhundert  sind  noch  ein  Reliquienkreuz  in  Kolbnitz,  ein
Stehkreuz  in  Kappel  am  Krapfeld  und  Griff  und  Scheidenbeschläge  am  Schwerte'des
ersten  Hochmeisters  der  Georgsritter  in  Millstatt  im  Museum  des  historischen  Vereines.  —
Arm  ist  Kärnten  an  wirklich  schönen  Arbeiten  der  Renaissance,  welche  nur  langsam  die
Traditionen  der  Gothik  verdrängte.  Was  zum  Profangebrauche  frühzeitiger  in  der  neuen
Kunstrichtung  an  kostbaren  Gerüchen  geschaffen  wurde,  ist  aus  dein  Lande  verschwunden;
minderwerthig  sind  schon  die  Schöpfungen  des  XVII.  und  XVIII.  Jahrhunderts,  denn
die  Monstranze  in  Maria-Rain,  ein  Werk  des  Meisters  I.  Stief  in  Klagensurt  von  1659,
zeugt  bereits  vom  Niedergange  des  einst  so  blühenden  Kunsthandwerkes.
Für  die  gleichzeitige  Blüte  jenes  Zweiges  des  Knnsthandwerkes,  welcher  in  Halbedelmetallen ­
  und  Legirnngen  seine  Werke  schuf,  sprechen  nicht  weniger  die  spärlichen,  ans
dem  XV.  und  XVI.  Jahrhundert  stammenden  kirchlichen  Geräthe  ans  Kupfer  und  Bronze,
wie  die  Taufschüsseln  in  Lölling  und  Paternion,  das  Ostensorium  in  Ober-Vellach,  das
Ciborium  in  Hohenthurm,  die  Rauchfässer  in  Passering  und  St.  Ruprecht  bei  Völkermarkt
und  andere,  als  auch  die  zahlreichen  Ampeln  und  Altarleuchter  ans  Messing  und  Bronzeguß, ­
  sowie  zinnerne  Jnnungsbecher  mit  gut  ausgeführten  Gravirnngen  und  anderes  noch
hier  und  da  vorhandenes  Zinngeräthe  aus  dem  Ende  des  XVI.,  besonders  aus  dem
XVII.  Jahrhundert,  vor  Allem  aber  der  Glockenguß,  von  welchem  sich  Meister  und  Werke
bis  in  den  Anfang  des  XV.  Jahrhunderts  Nachweisen  lassen.  Ein  Hans  Reicher  goß  1400
eine  Glocke  für  Lieseregg  und  war  vielleicht  noch  ein  fahrender  Meister  wie  Adam  Sterzer
„aus  Pair-Land"  1604,  doch  gossen  schon  seit  1528  die  Egger  in  Villach  und  Klagensurt,
im  XVI.  und  XVII.  Jahrhundert  die  Stampfel,  Pacher  und  Polster,  während  nach  1554
Benedict  Fiering  in  Völkermarkt  seine  Kunst  geübt  hat.  Seit  der  zweiten  Hälfte  des
XVII.  Jahrhunderts  sind  stets  größere  Werke  von  Glockengießern  in  Klagensurt
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.