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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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noch in den Stilarten des XVII. und XVIII. Jahrhunderts geschaffen wurden, ist nur 
wenig mehr zu sehen, doch beweist auch dieses Wenige mit dem, was manche Kirche an 
Kanzeln und verschiedenem Gestühle enthält, daß an Holzarbeiten noch bis in die zweite 
Hälfte des XVIII. Jahrhunderts Tüchtiges geleistet wurde. — Auch von Werken anderer 
Industriezweige, welche der äußeren und inneren Ausschmückung des Hauses dienten, ist noch 
manches Bemerkenswerthe auf uns gekommen; so viele Prachtvolle Stuck-Reliefs aus dem 
XVII. und XVIII. Jahrhundert als Flächenbekleidung gewölbter Decken, wovon nebst 
anderen besonders schöne Beispiele in verschiedenen Stiftsgebüuden und Kirchen sich 
befinden, so die Riesenöfen in Kellerberg und Griffen aus dem XVIII. Jahrhundert und 
endlich schöne Reliefs aus Terracotta, wie das vortreffliche Thonrelief in Kolnitz von 1549. 
Als vor noch nicht dreißig Jahren vor Allem in Österreich, und zwar zunächst von Wien 
aus durch die Gründung des Museums für Kunst und Industrie eine erfreuliche Reaction 
gegen die Verflachung und den verkehrten Geschmack ansging, begann auch für die heimische 
Knnstindustrie wieder eine bessere Zeit zu tagen. Zufolge der vielfachen, durch die allgemeine 
Bewegung gegebenen Anregungen zeigte sich in derselben allmälig neues Leben, doch ging 
das Wollen noch vielfach über das Können, bis die Gründung verschiedener zunächst 
gewerblichen Zwecken dienender Schulen dem Unvermögen zu Hilfe kam. Während diese 
die Kräfte vorbereiten, die mit einem geläuterten Geschmack auch die nöthige technische 
Ausbildung besitzen, belehren die Ausstellungen des Gewerbemuseums in Klagenfurt 
sowohl Gewerbemünner als Laien durch Vorführung stets neuer mustergiltiger Gegenstände 
verschiedener Zweige der Kunstindustrie, besonders aber von Arbeiten einheimischer Meister 
über die Leistungsfähigkeit derselben und wecken in der Bevölkerung, mit einem besseren 
Geschmack auch eine stets regere Kauflust. 
Es ist hocherfreulich zu sehen, wie besonders die Eisenindustrie seit einer kurzen Reihe 
von Jahren nun allmälig aus ihrem Verfall sich erhebt und zunächst in den der Architektur 
dienenden Gegenständen, als Gittern, Giebel, Dachkrönnngen re. recht geschmackvolle 
Arbeiten zu liefern beginnt, an welchen sich mit Interesse das allmälige Fortschreiten 
von der Verwendung des über die breite Seite gebogenen Bandeisens zum kantigen Stab 
eisen und endlich zum Rundeisen verfolgen läßt. Jetzt werden aber auch schon Abschlußgitter 
geschaffen, welche nach Schönheit der Zeichnung und vorzüglicher Durchführung des theils 
aufgelegten, theils aus dem Stabeisen selbst getriebenen Ornamentes den besten Arbeiten 
gleichen Stils früherer Jahrhunderte nahekommcn. Nebstdem fehlt es nicht an zahlreichen 
gelungenen Versuchen, andere mustergiltige Gegenstände aus vergangenen Tagen, als 
Thürschlösser, Luster re. nachzuahmen. 
Nicht minder bedeutend ist der Aufschwung, der sich in der Holzindustrie bemerkbar 
macht. Wenn auch schon früher manches Anerkennenswerthe in Möbeln, Schnitzarbeiten
	        
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