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Wer jemals gegen Abend eines schönen Sommertages den Zlapp betreten, hat
staunend den Schritt gehemmt. Wie eine lebendige Idylle liegt das weltabgeschiedene
Wiesenthal vor ihm, die verstreuten Häuser der kleinen Gemeinde grüßen freundlich
entgegen, der mächtig hervortretende Bau der Kirche mit dem himmelanstrebenden Thurm
füllt sein Gemüth mit frommer Ahnung, daß ein glaubensstarkes Geschlecht vor Jahr-
Schloß Groppenstein bei Ober-Vellach.
hunderten die gothischen Formen dieses Baues aufgethürmt. Hierher pilgerten bis in die
neueste Zeit Scharen von Wallfahrern, um am Grabe des Heiligen zu beten.
Über die Spitze des gothischen Thurmes hin gleitet dann der Blick auf die großartige
Scene des Hintergrundes, die majestätische Spitze des Großglockners im Strahle der
untergehenden Sonne über dem bereits schattendümmerigen Thale und die abstürzenden
Eismassen der Pasterze. Die Majestät dieser Natur ist es, die heute die Scharen von
Wanderern in diesen Erdenwinkel zieht, die Gott in der Größe seiner Werke anbeten.
Seit der Zeit der ersten Glocknerbesteigung hat diese Landschaft das Auge des
Malers entzückt und das Bild „Heiligenblut mit dem Großglockner" ist zum Wahrzeichen
des Möllthales geworden.