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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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in nicht unbedeutenden Mengen zur Ausfuhr. — Die Landwirthschaft liegt in Kärnten 
fast ausschließlich in den Händen der mittleren und kleinen Grundbesitzer, unter denen 
allerdings noch Höfler, Hubenbesitzer, als eigentliche „Bauern", und Keuschler unterschieden 
werden. Nach der Robotaufhebuug hatte das Land 10.319 Ganz- und 10.642 (^, '/z 
und V») Theilhuben, ferner 13.100 Keuschen; diesen standen 360 ehemalige Dominien 
und 246 Pfründen gegenüber, — Bcsitzverhältnisse, welche sich seit jener Zeit durch 
Zusammenlegen von Besitzungen, durch Aufforstungen, endlich durch Umwandlung von 
Berghuben in „Halthuben" nicht unwesentlich verändert haben. Eine einfache Bauern 
hube umfaßt, in meist glücklicher Vereinigung von Ackerland, Wiese, Wald und Weide, 
25 bis 40 Hektar, und erfolgt die Bewirthschaftung vorwiegend mit Beihilfe von Dienst 
boten, deren rechtliches Verhältniß zu den Arbeitgebern durch eine Dienstbotenorduung 
geregelt ist. 
Verhältnißmäßig schwer wirthschaftet der Thalbauer gegenüber dem Gebirgsbauer, 
den ein günstiges Geschick mit einer „Alpe" bedacht hat. Diese ermöglicht es, alles Vieh 
bis auf einige Heimkühe und die Zugthiere den Sommer über aus dem Stalle zu bringen 
und die reiche Futterernte für den Winterbedarf aufzuspareu. So erklärt sich, daß der 
Thalbauer trachtet, wenigstens sein Jungvieh auf eine, wenn auch noch so entfernte Alpe 
zu bringen, welche mit „Zinsvieh" besetzt wird, selbst auf die Gefahr hin, daß dieselbe 
„übertrieben" ist und die Thiere zuweilen Mangel leiden; weiß er doch, welch wohl 
tätigen Einfluß der Weidegang auf die Entwicklung der Thiere ausübt. Sind die Alpen 
der Urgebirgsfvrmation futterreicher als jene der Kalkalpen, so gewähren doch auch diese 
wieder manche Vortheile: so beeinflußt das kalkhaltige Futter vortheilhaft die Kuochen- 
bilduug und Pflegen daselbst auch weniger Krankheiten unter dem Weidevieh aufzutreten. 
Am meisten gefürchtet ist neben dem Blutharnen der Nauschbrand, welchem die davon 
befallenen Thiere in wenigen Stunden erliegen. Als Vorbeugungsmittel dagegen werden 
in neuerer Zeit Impfungen mit Nauschbraudgift versucht. Es gibt einzelne ganz besonders 
hervorragende Alpeugebiete im Lande, so die durch ihren Futterreichthum berühmten 
„Reichenauer Gärten", in denen die Ochsen halbfett gemästet werden, das ausgedehnte 
Gebiet der Fladnitz zwischen dem Gurk- und Metnitzthal, die Kor- und Saualpe, die 
Gruppe der Gail- und Kanalthaler Alpen, in welchen einzelne fast ebene Thäler mit 
förmlichen Alphüttendörfern eingebettet sind. Hierher gehört auch das schöne Alpengut 
„Plecken". — Ganz eigenthümlich ist der Wirthschaftsbetrieb in der Uggowitzer Alpe, 
die dem gleichen Gebiete angehört. Dieser von drei Bächen durchfurchte und von fünf 
Hochgipfeln bewachte Alpenkessel ist circa 4.000 Hektar groß, von Hütten, Stallungen 
und Heuschuppen bedeckt und liefert den fleißigen Bewohnern des Uggowitzer Dorfes, 
deren „Hausgärten" zusammen 42 Hektar inessen, das nöthige Futter für ihr Vieh.
	        
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