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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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wurden, später glühte hier durch einige Zeit ein Hochofen und arbeiteten zwei Hammer 
werke, denen das südwärts ansteigende Raggathal das Eisenerz lieferte. Heute ist es still 
geworden an der ehemals gewerbfleißigen Stätte, nur der Raggabach tobt zuweilen, wenn 
er sein Gerolle ausschüttet. — Die Spuren einer besseren Vergangenheit mögen den 
-vomiflen einst stimmen, der heute zur Raggaschlucht wandert, die sinnige Naturfreunde 
aus Ober-Vellach zugänglich gemacht haben. 
Nördlich vom Danielsberg steigen die Ausläufer der Sauleckgruppe rasch zu 
3.080 Meter Höhe, südwestlich greift das Hochthal der Teichl tief in die Kreuzeckgrnppe 
ein. Aus dieser Gruppe ragt zunächst der Polinik (2.780 Meter) ins Möllthal hinein, 
durch die Alpenvereinssection Ober-Vellach nun auch ein beliebtes Ziel touristischer 
Wanderungen. 
Wenn den Naturfreund am Zlapp der Ernst und die Großartigkeit der Landschaft 
fesselt, so ist der Eindruck des Bildes, das sich vom Danielsberge aus bietet, entschieden 
freundlich. Die Felder und Wiesen des Thalbodens, die auf dem Abhange der Sauleck- 
nnd Böseseckgruppe zerstreuten Häuser, die Getreidecnltnren, die mit Waldbeständen 
wechseln, Alles deutet auf rege menschliche Thätigkeit. Der für das ganze Möllthal 
charakteristische Gegensatz zwischen der Sonn- und Schattenseite tritt in diesem Bilde am 
deutlichsten hervor. Der dem Süden zugekehrte Abhang der Ausläufer der Tauern ist bis 
zur Holzgrenze hinauf bebaut und bewohnt, der gegenüberliegende Abhang der Kreuzeck 
gruppe aber durchweg mit dichtem Wald bedeckt, der nur durch einzelne Weideflüchen 
unterbrochen wird. Ein einziges Thal auf dieser Seite, die Teichl, ist bewohnt. Nicht ohne 
Grund nennt sie der Möllthaler die „Schattseite", denn einen großen Theil des Jahres 
(im Winter) erreicht sie kein Strahl der Sonne, die Kamm- und Gipfelhöhe wehrt stellen 
weise den Sonnenstrahlen sogar den Zutritt zur Thalsohle, nur die Bewohner der „Sonn 
seite" erfreuen sich der Wohlthat des directen Sonnenlichtes das ganze Jahr hindurch. 
Wenden wir den Blick vom Danielsberg nach Südvsten, so wird der Horizont nur 
durch die fernen Karavanken begrenzt. Die Möll berührt in dieser Richtung noch die 
Ortschaften Kolbnitz und Mühldorf und mündet bei Möllbrücke links in die Drau. 
Auf der Höhe des Danielsberges aber fesseln auch Reste einer großen Vergangenheit 
den Geist des Beobachters, römische Alterthümer, die auf einen ehemaligen Herkulestempel 
Hinweisen, der heute als Kirchlein an bestimmten Tagen des Jahres die Gläubigen der 
Nachbarschaft versammelt. 
Das Lieser- und Maltathal. Das untere Thal der Lieser bezeichnet die Ost 
grenze des Tauerngebietes. Am Fuße des Hafnerecks beginnend zieht sich der obere Theil 
unter dem Namen Katschthal in südöstlicher Richtung zwischen dem an der Grenze von 
Salzburg laufenden Hanptrücken der Pöllaer Alpen und eines vom Hafnereck südöstlich
	        
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