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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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Werke des Friedens und des Fortschritts haben wir aus der Regierungszeit Ernst des 
Eisernen zu verzeichnen. Im Jahre 1418 bewilligte er den Laibacher Bürgern und dem 
Pfarrer von St. Nikolaus Jörg Hewgenreuter die Wiedererrichtung der schon zu den Zeiten 
der Aqnilejer Patriarchen bei der Kirche St. Nikolaus bestandenen Schule, aus der sich 
später das erste Gymnasium des Landes entwickelte. 
Der unter Ernst des Eisernen Nachfolger Friedrich und seinem Bruder, dem 
Herzog Albrecht, ausgebrochene Bürgerkrieg gab den Krämern Gelegenheit, ihre Treue 
und Anhänglichkeit an das angestammte Herrscherhaus auf das schönste zu docnmentiren. 
Als Albrecht mit dem Grafen Ulrich von Cilli, der dessen Partei ergriffen hatte, im 
Jahre 1442 vor Laibach erschien, um es Friedrich zu entreißen, hielten sich die Bürger so 
tapfer, daß die Feinde unverrichteter Dinge abziehen mußten. Ebenso standhaft behauptete 
sich Rndolfswerth; Krainburg ging zwar verloren, wurde jedoch von den Kaiserlichen 
zurückerobert. Der Kaiser lohnte die Treue der Laibacher damit, daß er ihnen das Recht 
ertheilte, mit rothem Wachs zu siegeln, und ihnen alle ihre Rechte und Freiheiten bestätigte. 
Und für den Antheil, welchen die Kramer an der Rettung des Kaisers im Jahre 1462, 
als derselbe in seiner eigenen Burg in Wien von den Anhängern seines Bruders Albrecht 
belagert wurde, genommen hatten, „besserte" der Kaiser mit der Urkunde vom 12. Jänner 
1463 den krainischen Ständen ihr Wappen; sie erhielten das Recht, in ihr weiß-blan- 
rothes Wappen statt der weißen die Goldfarbe aufzunehmen. Den Auerspergen, die 
bereits das Oberkämmereramt besaßen, wurde aus diesem Anlasse das Erbmarschallamt, 
dem kaiserlichen Hauptmann in Möttling Andreas Hohenwart das Erbtruchseßamt 
verliehen und den Brüdern Jörg und Kaspar Tschernembl das Erbschenkenamt zu Lehen 
gegeben. Auch lohnte der Kaiser den Kramern reichlich ihre Treue und Opferwilligkeit. 
Gottschee erhielt 1471 Stadtrechte, Gurkfeld, Weichselbnrg und Laas wurden 1477 zu 
Städten erhoben, den Krainburgern und Steinern ihre Rechte und Freiheiten neu bestätigt 
und erweitert. Bon der größten Wichtigkeit und Tragweite war jedoch die über Bcranlassnng 
des Kaisers am 6. December 1461 erfolgte Errichtung des Laibacher Bisthnms, die nun 
auch der kirchlichen Abhängigkeit des Landes von Aquileja ein Ende machte. 
In die Regierungszeit des Kaisers Friedrich III. und seines Vaters Ernst fällt auch 
der Beginn der verheerenden Osmaneneinfülle in Kram, die sich durch dritthalbhnndert 
Jahre unausgesetzt wiederholten. Die Zeit der Türkenkriege ist die glorreichste Periode der 
krainischen Geschichte und niemals erglänzte der Patriotismus der Kramer in hellerem 
Lichte als damals, wo es galt, in fast täglichen Kämpfen gegen den Erbfeind der Christen 
heit und der Civilisation die Interessen nicht nur der eigenen Heimat, sondern auch des 
gesummten Reiches mit Gut und Blut zu schirmen. Die Türken hatten nämlich nach der 
siegreichen Schlacht bei Nikopolis (1396), an der auch die Kramer unter der Anführung
	        
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