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haben schönere Gehöfte. Vorherrschend ist der Holzbau, jedoch nicht als Blockbau, der
vereinzelt vorkommt, sondern als durch Pfosten gefestetes Dielenhaus, welches innen und
außen Mauerbewurf hat, verputzt und getüncht ist. Die Dielung in der Stube vertritt
meist der Erd-Estrich, der Rauchfang ist eine Ausnahme von der Regel, der vom Dache
offen gelassene Giebel ist auch nur mit Flechtwerk aus Haselstäben geschlossen. Das
stattlichste Stück des Gehöftes ist nicht selten die große Doppelharpe von praktischer und
sehr fester Zimmerung; in solcher Höhe über dem Boden, daß ein Heuwagen leicht einfahren
kann, ist auf starken Unterzügen der Futterraum gleichsam in der Schwebe erhalten, damit
die Seiten der Harpe beiderseits bis zum Dach freien Luftzutritt bekommen. Vor dem
Futterraum ist ein Laufgang, zu dem eine Treppe führt. Südlich des Gorjanz-Gebirges,
das in weitem Bogen ein gegen die Kolpa in seichten Wellen auslaufendes Hügel- und
Kesselländ umfaßt, offenbart sich der Einfluß des kroatischen Nachbarlandes nicht minder
in der Bauweise, wie in Sitten und Tracht des Volkes. Die Gehöfte ordnen sich nicht
nach der Straße, sondern in zwanglosen Gruppen, immer am Rücken oder Abhang des
Terrains, nie im Grund des Kessels, jedes Gehöft in der Gruppe ist für sich abgeschlossen,
die Dörfer sind Gruppen von Einzelnhöfen. Der Bauer nennt sein Gehöft „das Bergel"
und meint damit das Wohn- und die Nebengebäude sammt dem dazu gehörigen, von
einem niederen Flechtzaun umschlossenen Hof, der den Schweinen zum Tummelplatz dient.
Tie Gebäude sind durchaus von Holz, ausgenommen der Theil der Wand des
Wohnhauses, an welche sich im Vorhause der Herd und in der Stube der große Kachel
ofen anlehnt. An das Vorhaus, welches über dem Herde mit angeworfenem Flechtwerk
gedeckt, sonst zum Dachstuhl offen ist, reiht sich gegenüber der Stube der dritte Theil des
Wohngebäudes an; er enthält zwei kleinere Räume, den Speicher und das mit dem Ofen
versehene und geweißte Stübchen für das Familienhaupt und dessen Frau. Außer der
Dreschtenne und der Scheune, welche über dem Stalle situirt sind, hat der Bauer ein
zweites kleineres „Haus", bestehend aus einem einzigen Raum zur Aufbewahrung der
Kleidertruhen und der Getreidevorräthe. Bei diesem zweiten Hause findet man in einem
kleinen angebauten Raume die Handmühle, eine für die Gegend nothwendige Einrichtung,
da die Mühlen an der Kolpa auch bei mäßig hohem Wasserstand im Frühjahr und Herbst
wochenlang den Betrieb einstelleu müssen.
Musik und Oolksmusik iu Rrain.
Kram, dessen Hauptstadt nie die Residenz eines souverainen weltlichen oder
geistlichen Hofes war, mußte auf die Vortheile der Anwesenheit eines solchen Hofes für
Stadt und Land von jeher verzichten. Tenn nicht selten waren dieselben Heimstätten und
Pflanzschulen für Wissenschaften und Künste. Die Entwicklung der Musik war daher