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reifte er hier an der Hand seines Lehrers, des gebildeten Feldwebels Dahl, heran und
goß, ein Dichter im Waffenrock des Gemeinen, den Aufschrei eines gefesselten Genius
in ergreifende Klagetöne. Leben und Liebe predigten dem jungen Sänger Entsagung, so daß
er ungesellig und kalt, „gleich dem
Adler, der einsam die Luft durch
schifft", sich immer mehr auf sich
selbst und den ihm geistig verwandten
Byron znrückzog, dessen Manfred
und hebräische Melodien er in ein
schwungvolles Deutsch übertrug.
Den Lorbeerkranz, den ihm erst
die Nachwelt geflochten hat, schon von
der Mitwelt empfangen zu haben,
war das schönere Los des gräflichen
Sängers Anastasius Grün. Als echten
Sohn der Heimat zog es ihn immer
wieder aus dem Geräusch des Lebens
nach seinem idyllischen Thurn am
Hart, wo er sich in der stillen Ein
samkeit des Waldes poetische Stim
mung holte. Die Sehnsucht nach der
Heimat legte dem einundzmanzig-
jährigen Jüngling die Ode „Jllyria"
auf die Lippen; das reizende Veldes
mit dem grünenden Eiland und der
Liebfrauenkirche hat an ihm einen
begeisterten Lobredner gefunden. Aber
am meisten danken wir ihm für die
Übersetzungen der „Volkslieder aus
Anastasius Grüns. Kram"^ sich die Sagen,
Sitten und Naturanschaunngen der Slovenen eigenartig wiederspiegeln. Der Wunsch, den
der Dichter im Gruß an Jllyrien ausgesprochen:
Sei mir gegrüßt, Land meiner schönsten Träume, Das liebend nährte meines Lenzes Keime,
Land, das mir Leben, Lied und Liebe gab, Wie meine Wiege, sei du auch mein Grab!
ging in Erfüllung. In der Nähe des grünen Waldes erhebt sich ans einem weit ans
schauenden freien Platze das Mausoleum, in welchem der Sänger der Rosen ruht. Bis zu