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nahmen, war es Zois, der ihm mit hilfreicher Hand tröstend und aufmunternd zur Seite
stand und seinen bisher so regen Geist vor Erschlaffung bewahrte. Im Jahre 1806
veröffentlichte Vodnik die erste Sammlung seiner Gedichte (eine kritische Gesammtansgabe
besorgte Fr. Levstik 1869),' welche mit Recht eine ungetheilt günstige Aufnahme fanden,
— ließen sie ja doch alle bisherigen Producte dieses Genres, seine eigenen in Devs
„Pisaniee" enthaltenen nicht ausgenommen, weit hinter sich. Da gibt es nichts Schales
oder Schwächliches, kein falsches Pathos oder barocke Sentimentalität und was dergleichen
mehr ist, Alles ist kraftvoll und markig, immer natürlich und doch niemals derb oder
trivial. In die Denk- und Empfindungsweise des Volkes eingeweiht und mit den poetischen
Äußerungen des Volksgeistes genau vertraut, gibt der Dichter gerne Stimmungen
Ausdruck, die im Herzen des Volkes ihr Echo finden mußten, daher mehrere seiner Lieder
geradezu Volkslieder geworden sind. Andere wieder schildern Land und Leute mit seltener
Frische und Treue und sind anmuthige Bilder der poetischen Kleinmalerei. Aus allen
aber spricht eine tiefe, glühende Liebe zur Heimat und zur Nation, welche der Dichter
glücklich und geachtet zu sehen wünscht und zu dem Zwecke seine besten Kräfte bereitwilligst
in ihren Dienst stellt. In der That ist es nicht der Poet allein, sondern auch der selbstlose
Patriot, Pädagoge und Gelehrte, der hier thätig eingreift. Er verschmäht es nicht, mit
Herausgabe eines Kalenders sich, abzuplagen, nur um durch belehrende Aufsätze ans das
Volk bildend und veredelnd einzuwirken. Er begründet die erste politische Zeitschrift in
slovenischer Sprache, verfaßt eine den wissenschaftlichen Anforderungen Rechnung tragende
Geschichte seines engeren Vaterlands und der angrenzenden Gebietstheile, codificirt die
grammatikalischen Erscheinungen seiner Muttersprache, sucht ihren Wortschatz aus dem
literarischen Bestände und dem Volksmunde zu heben, kurz er entfaltet neben seiner segensreichen
lehramtlichen eine vielseitige und unermüdliche schriftstellerische Thätigkeit. Beide
ergänzen einander und steigern bedeutend die Werthschätzung, die sich Vodnik als Dichter
in ebenso hohem als verdientem Maße erworben hat.
Seit Vodnik entäußert sich die Literatur auch mehr und mehr ihres provinziellen
Charakters, die Peripherie beginnt auf die geistigen Impulse des centralen Theiles immer
lebhafter zu reagiren. In Steiermark machen sich L. Volkmer und St. Modrinjak, im
Küstenland Valentin Stanic, in Kärnten Urban Jarnik als Dichter vortheilhaft bemerkbar.
Vorerst jedoch wird wieder der Sprache besondere Aufmerksamkeit gezollt und deren Bau,
beziehungsweise Wortschatz von Männern, wie dem später als Slavist berühmt gewordenen
Bartholomäus Kopitar, von I. L. Smigoc, P. Dajnko, Fr. Ser. Metelko, U. Jarnik,
A. I. Murko einer ausführlichen, da mehr, dort minder gründlichen Darstellung, zum
Theil selbst einer historisch-kritischen Analyse unterzogen. Auch ein lebhafter Krieg um die
Orthographie entbrannte und drohte zu einer verhängnißvollen Spaltung zu führen, doch