MAK

Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

447 
(l870; 1876 bis inclusive 1880) in welchem die Belletristik einen ungewöhnlichen Grad 
von Vollendung erreichte, woran dem Herausgeber selbst der Lvwenantheil gebührt. Als 
natürliche Fortsetzer dieses Unternehmens mit teilweise erweitertem Programm sind 
Levees »Isiuklstumüi 2vuuZ Stets .Lras" und Tavcars und Hribars ,8lovnir" (die erste 
illnstrirte slvvenische Zeitschrift) anzusehen, welche eine Fülle von belletristischen und wissen 
schaftlichen Arbeiten enthalten und einen großen Aufschwung der Literatur bekunden. Dabei 
bleibt es erwähnenswerth, daß daneben unter den etwa dreißig Zeitschriften von heute 
bereits eine Anzahl von Fachjournalen vorhandeil ist, deren Thätigkeit speciellen Sphären 
der Literatur bestens zu statten kommt. Zum Zwecke specieller Literaturinteressen sind aber 
weiter besondere Institute ins Leben gerufen worden, welche ihrer Aufgabe mit bestem 
Erfolg obliegen. So die .Sloveimlm lHaliea», welche die Pflege der Wissenschaft sich 
zum Ziel gesetzt hat und soeben auf eine 25jährige erfolgreiche Thätigkeit zurückblicken 
kann; das „vramaliöno ctruSIvo- (Dramatischer Verein; existirt seit 1867), welches die 
Literatur bislang mit etwa hundert Bühnenstücken (theils L)riginalweike, theil^ Über 
setzungen) bereicherte und die 1852 begründete ,vruLdn sv. Nolior-r" (Hermagorasverein), 
welche die Literatur allen Schichten der Nation reichlich Zuströmen macht. Gegenwärtig 
zählt sie über 46.000 Mitglieder, von denen jedes alljährlich sechs Bücher im Gesamint- 
nmfange voii nahezu hundert Druckbogen erhält, so daß also über eine Vieitelmillion 
Bücher jährlich in die Hände der Theilnehmer gelangen, - - wahrlich ein Institut, wie ein 
solches in, Verhältniß zur Bevölkerungsziffer wohl keine andere Literatur wird aufweisen 
können. Alle diese Bücher sind im reinsten Schriftslovenisch abgefaßt, ein Beweis, daß die 
slvvenische Literatur keine Treibhauspflanze ist, und zugleich die schlagendste Widerlegung 
der von Unberufenen zum Überdruß breitgetretenen Phrase, dem Volke sei die slovenischc 
Schriftsprache unverständlich. — Soviel in flüchtigen Contouren über die hervortlelendst,n 
Sammeleentren der Literatnrbewegnng unserer Tage. Mußte auch auf jedwedes Detail 
verzichtet werden, so sollen doch mindestens die besten Dichter und Erzähler der jüngsten 
Vergangenheit und der Gegenwart hier ihren Platz finden. Unter den Elfteren sind 
Sun. Jenko, Fr. Levstik, Krilan (Jos. Pagliaruzzi), Sim. Gregorcic, Jos. Stritar und 
Gvrazd (A. Askerc) je nach dem Grade und der Art mit Preseren congeniale Dichter- 
natnren. Außerdem ragen hervor: Miroslav Vilhar, der das Talent des Dichter^ und 
Compoiiisten in sich vereinigte, Rodvljub Ledinski, A. Uinek, Fr. Cegnar, Ai. Valjavec, 
die Brüder Franz und Josef Cimperman, A. Fnntek, Louise Pesjak, I. Jenko (Mirko) 
und einige kräftig aufstrebende Talente der jüngsten Dichtergeneration, wie Jos. Krzisnik, 
Fr. Gestrin und Andere. Reicher noch ist die Literatur an vorzüglichen Erzählern und 
seien namentlich erwähnt: Sim. Jenko, Val. Mandelc, Fr. Erjavec, Fr. Levstik, Val. 
Zarnik, Jos. Ogrinee, Samostal (M. Tonejec), I. Meneinger, I. Stritar, I. Trdina,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.