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Die Bauernhöfe des Karstes bestehen zumeist aus einem einzigen stockhohen Gebäude, in
welchem sämmtliche Wohn-, sowie Wirthschaftsräume untergebracht sind. In dem weinbau-
treibeuden Reka- und Wippachthal sind die Weinkeller Bestaudtheile des Bauernhofes,
wegen des steinigen Bodens und der schwer auszuführenden Erdaushebungsarbeiten jedoch
fast immer über dem Erdboden gelegen, weshalb die Behandlung des Weines während
der heißen Jahreszeit besondere Sorgfalt erfordert.
Das Inventar des Landwirthes, soweit es dem landwirthschaftlichen Betriebe
dient, ist in Oberkrain sehr reichhaltig, ebenso in Jnnerkrain, wo es überdies aus solidem
Materiale verfertigt ist. Mit einem geringeren Inventar begnügt sich der Unterkrainer,
namentlich ist sein Ackergeräth mangelhaft. Dank den Anstrengungen der hierzu berufenen
Faetoren wird das landwirthschaftliche Geräthe allerorten vermehrt und verbessert;
landwirthschaftliche Maschinen für den Kleinbetrieb finden mehr und mehr Eingang,
insbesondere Häcksel-, Dresch- und Getreideputzmaschinen.
Von der productiven Bodenfläche des Landes nehmen die Äcker 14'42 Procent ein.
Die Bewirthschaftung derselben ist in Oberkrain fast in jedem Orte eine andere. In jenen
Ortschaften, wo Weiden, namentlich Alpenweiden, in genügender Menge verfügbar sind,
wird auf den in geringer Anzahl vorhandenen, jedoch sehr gut gedüngten Äckern fast
ununterbrochen Getreidebau betrieben. In den meisten Gegenden Oberkrains und Unter-
krains, theilweise auch Jnnerkrains, wird zweimal im Jahre geerntet, da auf die gleich
nach dem Schnitt gestürzten Stoppeln sofort Haiden (Buchweizen) oder Stoppelrüben
(Wasserrüben) angebaut werden. Dieser Vorgang hat manche Abweichung von dem
Wirthschastsbetriebe in den nördlich gelegenen Ländern zur Folge, besonders in der
Arbeitseintheilnng und im landwirthschaftlichen Bauwesen. Da das geschnittene Getreide
wegen der Nachfrucht gleich vom Felde geräumt wird, muß es außerhalb desselben
getrocknet werden. Zu diesem Zwecke dient die sogenannte Fruchtharfe, ZcoMise" oder
genannt. Die Fruchtharfen bestehen aus hölzernen, selten aus gemauerten 5 bis
6 Meter hohen, in einer Reihe stehenden Säulen, durch welche Querlatten gezogen sind,
die circa 0'5 Meter hohe Stockwerke bilden. Das Ganze ist mit einem schmalen Dach
bedeckt. Oft werden zwei solche Harfen Parallel nebeneinander gestellt und durch Quer
balken zu einer Doppelharfe verbunden. Die Harfen stehen entweder am Rande der Äcker
oder sie befinden sich in dem zunächst dem Hofe gelegenen Obstgarten, bisweilen im Wirth-
schaftshofe selbst. Die Fruchtharfen dienen auch zum Trocknen des Klees und des Heus
und sind im Spätherbste bei der Grnmmeternte, vornehmlich aber bei der Fechsung des
Haidens von großem Vortheile. Die Abtheitungen zwischen je zwei Säulen einer Frucht
harfe werden Fenster genannt; in Oberkrain gibt es Harfen mit 20 und mehr solchen
Fenstern. Gegen Unterkrain und gegen Jnnerkrain zu findet immer mehr die kurze