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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Kärnten und Krain

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zur Fleisch- und Gespummutzung bestand. Die Verarbeitung der Milch zu Käse geschah 
und geschieht auch heute noch in ziemlich einfacher Weise, und zwar zumeist für den 
Hausbedarf. Jndeß wurde auch hier bereits der erste Schritt zur Besserung gethan, 
denn gegenwärtig sind in Oberkrain schon eilf Käsereigenossenschaften mit bestem Erfolge 
thätig. Ein weiterer Fortschritt in dieser Richtung ist um so gewisser zu erwarten, als die 
dorfähnlichen Anlagen der Sennalpen Krams eine genossenschaftliche Verwerthnng der 
Milch ungemein erleichtern. Größere Beachtung findet die Milchverwerthung in der Nähe 
der Städte, namentlich in der Umgebung von Laibach. Unter den Milchproducten, welche 
einen Exportartikel Krams bilden, ist der Schmalz erwähnenswerth, welcher in den Hafen 
städten Österreichs einen lohnenden Absatz findet. 
Die Schweinezucht hat im Lande eine geringere Bedeutung. Umso wichtiger ist 
aber die Schweinemastung für den Hausbedarf und für den Export. Deutlich wird dies 
illustrirt durch den Umstand, daß bei der letzten Viehzählung bei einem Stande von 
78.130 Schweinen nur 4.952 Ferkel ausgewiesen werden. Zur Schweinezucht wird das 
heimische Landschwein verwendet, welches vielfach mit kroatischen Schweinen gekreuzt ist. 
Sehr selten findet englisches Znchtmaterial Verwendung, da dasselbe für den im Lande 
üblichen Zuchtbetrieb viel zu empfindlich ist. Zur Mästung werden junge Schweine meist 
aus Kroatien eingeführt. 
Schafe hat das Land rund 67.000, deren Zucht nur eine untergeordnete Stellung 
einnimmt. Größere Bedeutung hat die Schafzucht nur in Jnnerkrain, insbesondere ans 
dem Karst, wo mit dem Schafe die kärgsten Weiden ausgenützt werden. Das heimische 
Schaf ist ein grobwolliges, äußerst genügsames Landschaf, das erst in letzter Zeit durch 
Seeländerschafe ein wenig veredelt wurde; die Wolle wird im Lande selbst zu groben 
Stoffen, die Schafmilch aber zu Schafkäse verarbeitet, welcher in Kram selbst und im 
Küstenland zu lohnenden Preisen Absatz findet. 
Die Ziegenzucht, einst sehr bedeutend, tritt infolge der Forstgesetze immer mehr 
zurück, trotzdem die Kramer Ziege sich durch ihre Genügsamkeit und die hohe Milch 
ergiebigkeit auszeichnet. Der heutige Stand der Ziegen ist circa 15.000 Stück. 
Die Nutzgeflügelzucht ist im ganzen Lande bedeutend. Nebst dem gewöhnlichen 
Landhuhn werden in Unterkrain in nennenswerther Menge Truthühner und Gänse 
gezüchtet. Bedeutend ist auch der Eierexport des Landes. 
Die Bienenzucht, welche über 32.000 Bienenstöcke verfügt, wird sehr schwunghaft 
betrieben, wozu der Anbau des Buchweizens nicht wenig beiträgt. Im Herbst werden 
viele Tausende Bienenstöcke vvn den Bergen in die Ebene auf die Bienenweide gebracht, 
wo sie in große Bienenstände gesetzt werden. Die Bienenzucht Krams ist von altersher 
berühmt: der Kramer Janza wirkte schon in den Jahren 1770 bis 1773 als Lehrer der
	        
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