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Klagenfurt erhob. Seine Stelle bezeichnet heute eine aus antiken Steinen errichtete, dem
heiligen Antonius geweihte Kapelle, das „Prunnerkreuz" (1693), sogenannt nach dem
landschaftlichen Beamten Dominik Prunner, der den Trümmern der Römerstadt zuerst
wieder seine Aufmerksamkeit znwandte, nachdem sie schon zwei Jahrhunderte vor ihm dem
scharfen Blick Enca Silvio Piccolominis, des späteren Papstes Pius II., damals noch
Geheimschreibers Kaiser Friedrichs III. nicht entgangen waren. Ohne militärische Bedeutung,
vielleicht nicht einmal mit Mauern umgeben, lag die Stadt, welche einem einzigen, aber
unverdächtigen Zeugnisse zufolge den Rang einer Colonie hatte, ganz nahe der Stelle, wo
die Reichsstraße sich theilte, um einerseits den Weg nach Juvavum (Salzburg), anderseits
den nach Ovilava (Wels) einzuschlagen. Dem Handel und Verkehr verdankte sie ihre
Blüte. Wie eine Erinnerung daran ist uns das Bild einer römischen Kutsche auf einem
der an der Wallfahrtskirche von Maria-Saal eingemauerten Steine geblieben, das uns
die Fuhrwerke und Transportmittel jener Zeit anschaulich macht: vierräderig, mit zwei
vorgespannten Pferden, der Kutscher auf dem Bock; durch das Fenster des Wagenkastens
ist der Fahrgast mit einem Fächer in der Hand sichtbar.
Zahlreich sind die von der Erde bedeckten Überreste des Ortes, der von den
Anhöhen terrassenförmig zu dem die Ebene durchschneidenden Flüßchen Glan Herabstieg.
Allenthalben stößt man auf Heiligthümer, Bäder, Wohnhäuser mit Mosaiken und
Malereien. Gegen Arndorf hin wurden die Grundmauern eines Tempels, bei Töltschach
Ruinen von Thermen aufgedeckt. Nicht weit davon stand ein Rundbau mit Statuen. Gegen
Norden an der Straße lagen die Gräber. Wie so häufig in den Donauprovinzen, begegnen
wir auch hier dem in den Zeiten des sinkenden Heidenthums über das ganze römische
Reich verbreiteten Geheimculte des Mithras. Es dürfte sogar zwei Heiligthümer desselben
in Virunum gegeben haben, eines noch innerhalb der alten Stadt bei Töltschach, wo eine
Inschrift gefunden wurde, die von der Wiederherstellung eines durch Alter verfallenen
Tempels im Jahre 239 n. Ehr. spricht, und ein zweites in der Nähe des Schlosses
Tanzenberg, wo ein anderer Stein die Reconstruction eines Tempels im Jahre 311
bezeugt. Eines von ihnen scheint besonders prächtig ausgestattet gewesen zu sein. Denn
wenn sonst das Bild des Sonnengottes, der in der Höhle den Stier ersticht, mit all seinem
symbolischen Beiwerke von mäßiger Größe und aus geringem Steine gearbeitet zu sein
pflegt, so haben sich im Zollfelde gewaltige Bruchstücke von Marmor gefunden, welche auf
eine überlebensgroße Gruppe schließen lassen und dessen mit Darstellungen in Relief
geschmückter Rahmen aus mehreren Blöcken zusammengesetzt werden mußte.
Auch die Umgebung der Stadt war dicht besiedelt. So fand man auf dem nahen
Magdalenaberg, der sich fast bis 600 Meter über die Thalsohle erhebt, nebst zahlreichen
Gerüchen des Schmiedehandwerks gegen Süden die Reste von Gebäuden, während er