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Tochter, nennen und deren sprachliche und paläographische Merkmale für die Datirung
des Bauwerks maßgebend sind. Völlig eigenartig ist die Bildung der Säule. Sie ist
jonischer Ordnung, zeigt aber zwischen dem Capital und dem canellirten Schaft ein glattes
schmales Mittelstück, das von letzterem durch einen Perlenstab getrennt ist. — Der Zeit
der Julier gehört die berühmte silberne Schale in der Antikensammlung des Allerhöchsten
Kaiserhauses in Wien an, eines der werthvollsten Denkmäler, die der Boden Aquilejas
uns anfbewahrte. Ihre Darstellung gilt der Verherrlichung eines Römers, offenbar
kaiserlichen Stammes. Sie feiert ihn wegen seiner Verdienste um den Ackerbau unter
dem Bilde des Triptolemos. Seme Gestalt, iu stärkerem Relief vor den übrigen heraus
tretend, hebt sich in ihrem individuellen Gepräge von der idealen Umgebung bestimmt ab.
In seinen etwas gedunsenen Gesichtszügen möchte man weit eher eine Ähnlichkeit mit
Nero, als, wie man gewöhnlich annimmt, mit Agrippa oder Germanicus entdecken. Er ist
im Begriffe, der Ceres, welche verhüllten Hauptes und mit der Fackel in der Hand rechts
oben thronend dargestellt ist, zu opfern. Zwei Knaben, welchen ein kleines Mädchen mit
einem Korb auf dem Kopfe folgt, reichen ihm die Opferspenden über einen runden
Altar, auf dem in nur wenig erhabenem Relief der Raub der Proserpina abgebildet
ist. Die Schlangen an seinem zweirädrigen Wagen füttert die halbbekleidete Höre des
Herbstes, hinter ihr steht, eine Schlange liebkosend, die Höre des Winters, schilfbekränzt
und in Gewänder eingehüllt, während die Höre des Sommers mit dem Ährenkranz im
Haar und vertraulich an sie gelehnt die blumengeschmückte des Frühlings über dem
Altar angebracht sind. Unten ist die Erde als kräftiges junges Weib, bequem hingelagert
mit dem Ackerstier zur Seite, personificirt, oben erscheint der Himmel unter dem Bilde
des aus Wolken hervorblickenden Jupiters mit Scepter und Blitz. Von schöner Zeichnung
und technisch vollendeter Ausführung ist diese sinnreiche Komposition zugleich ein wuchtiges
Document für das der römischen Kunst eigene verstandesmäßige Umdeuten und allegori-
sirende Verwerthen griechischer Mythen, welches in der gleichzeitigen Dichtung zutreffende
Parallelen findet.
In der Nähe des erwähnten Theaters wurden vor einigen Jahren zwei Kaiser
statuen gefunden. Die eine stellt Tiberius in der Toga als oberster Priester dar, die
andere mit dem langen Mantel, dem Pallium, trägt den Kopf des Kaisers Claudius —
beide von tüchtiger Arbeit. Nur einer wenig späteren Zeit möchte man die in derselben
Gegend ausgegrabenen fünf Medaillons mit den Köpfen des Jupiter, Merkur, Vulkan,
der Venus und der Minerva zusprechen, welche decorativ an einem Gebäude — ver-
muthlich an dem kaiserlichen Palast — angebracht waren. Gleicher Fundstelle entstammt
auch ein anderes, in seiner Art einziges Monument, das heute nebst den vorher genannten
im Staatsmuseum zu Aquileja ausbewahrt wird. Es ist ein steinerner Tisch, auf dessen