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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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Christus der Herr liebte es, in Begleitung des heiligen Petrus zumeist, manchmal 
auch mit Johannes das Land unerkannt zu durchstreifen und denjenigen Gutes zu erweisen, 
die sich dessen würdig zeigten. Drohte die Trockenheit die Saaten zu verderben, so sandte 
ei ei glückenden Regen aus den Acker des Hauses, in welchem er gastlich ausgenommen 
worden war und dessen Bäuerin unerschütterliches Gottesvertrauen bewiesen hatte. Oft 
übte er aber auch Milde, wo er zu zürnen Ursache gehabt hätte, und bei einer solchen 
Gelegenheit beschenkte er sogar das Land mit einer neuen Fruchtgattung. Dieser Fall 
ereignete sich, da er einmal mit Petrus und Johannes in einem Bauernhöfe einkehrte, wo 
chm nur widerwillig gegen das Versprechen, am folgenden Tage beim Dreschen des 
Getreides hilfreiche Hand zu leisten, Gastfreundschaft gewährt wurde. Das Abendessen war 
nicht reichlich, das Lager hart, dafür wurde am Morgen nicht eben höflich an die Arbeit 
gemahnt. Christus erschien im Hofe, legte zum Schrecken der Umstehenden an das 
aufgehäufte Getreide Feuer an, aber siehe da, wie staunten alle, als, während die Flammen 
prasselten ohne etwas zu verzehren, Korn und Stroh sich schieden und in kurzer Zeit die 
Arbeit ohne Mühe gethan war. Ohne Dank ließ die Bäuerin, eine Witwe, die dem Hause 
Vorstand, darauf Christus mit seinen Begleitern von dannen gehen. Sie meinte die Sache 
wiederholen zu können, allein jetzt brannte die Frucht im Ernste. Der Herr, der sie nicht 
allzu hart strafen wollte, fügte es, daß die verkohlten, zusammengeschrumpften Weizen 
körner eßbar und keimfähig blieben, und seitdem wird im Lande Buchweizen gebaut, der, 
wenn das Getreide eingeheimst ist, eine zweite Ernte vom selben Acker ermöglicht. 
Der Teufel trieb eine Weile sein Unwesen am Berge von Medea, der ganz 
vereinsamt unweit der Grenze des Königreichs Italien sich aus der gegen Westen endlos 
ausgebreiteten Ebene erhebt. Er neckte die dort beschäftigten Steinbrecher unablässig, indem 
er ihre Arbeiten auf alle erdenkliche Weise störte. Entweder fanden sie, wenn sie am Platze 
erschienen, den Steinbruch mit Wasser erfüllt oder den Zugang durch Steinblöcke ver 
rammelt oder die zurückgelassenen Werkzeuge über den ganzen Berg verstreut. Sie erriethen 
den Urheber dieses Unfugs und beschlossen, am Gipfel des Berges dem heiligen Antonius 
ein Kirchlein zu erbauen, unter dessen Schutz sie sich stellten. Den Teufel wurmte 
dav ergriffene Auskunftsmittel, das seinen Zirkel wirksam stören würde, gewaltig und er 
that, was in seiner Macht stand, um die Ausführung zu Hintertreiben. Was die Maurer 
tagsüber bauten, zerstörte er des Nachts; allein der heilige Antonius nahm sich seiner 
iL-chutzbesohlenen an und stellte bei grauendem Morgen täglich wieder her, was der böse 
Geist vernichtet hatte. Was mit Gewalt nicht gelingen wollte, versuchte nun der Teufel 
durch List zu erreichen. In ein langes Gewand gehüllt, welches ihm ein ehrwürdiges 
Ansehen verleihen sollte, stellte er sich dem heiligen Antonius in den Weg und sprach 
dabei: „Ich habe schon vorher von einem Fleckchen Erde am Berge Besitz ergriffen und
	        
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