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keine Abhilfe gebe, daß man durch Glockengeläute oder Umstürzen eines Dreifußes vor
dem Hause Ungewitter oder Hagel abwenden könne. Letzteren bilden die aus einem Hügel
Kolo tanzenden Zauberinnen, die sich dann zerstreuen, um Hagel zu säen und anderes
Unheil zu stiften und gegen welche nur Kriesnici, Leute, die mit einer Art Käppchen
geboren wurden, mit Erfolg kämpfen können. Auch meinen sie, daß man verhext und von
diesem Zauber nur durch gewisse Frauen mit Kapuzinerstaub oder geweihter Kleidung
befreit werden könne, daß der Alp (morn) drücke, die Dämmerung (mrnü) Kinder stehle,
daß Kobolde (mntiei) als Knaben mit rothen Käppchen und Wolfsmenschen (vuüociincn)
viel Übel verursachen, daß sich Katzen, schwarze Hunde und andere Thiere auf Kreuzwegen
hernmwälzen und Menschen schrecken.
Die Slaven Istriens, Kroaten und Slovenen, unterscheiden sich von einander im
Allgemeinen nicht; sie sind durchaus stark, rege, kräftig und erreichen in einigen Gemeinden
ein sehr hohes Alter. Im Allgemeinen sind sie arbeitsam, scharfsinnig und wißbegierig;
unter ihnen gibt es Autodidakten und Volksdichter.
Die Verwandtschaftsbande sind unter ihnen fest und als ob ihnen ihre eigenen
Verwandten zur Mittheilung ihrer Herzensgefühle nicht genügten, schließen sie, wie wir
oben sahen, auch noch geistige Verwandtschaften verschiedener Art. Dies geschieht nach
reiflicher Überlegung und selten täuschen sie sich in ihrer Wahl. Wehe aber Demjenigen, der
unter dem Mantel der geistigen Verwandtschaft das Haus seines Pathen entehren würde.
In der Regel dauert eine solche Verwandtschaft ungetrübt und ungestört bis zum Tode.
Bluts- und geistige Verwandte bewirthen sich gelegentlich gegenseitig. Allein die Gast
freundschaft der Slaven dehnt sich nicht blos auf ihre Verwandten aus, sie hat keine
Grenzen. Kommt Jemand vor ihr Haus, so laden sie ihn ein und entlassen ihn nicht,
bevor er nicht ihr Brod und ihren Wein gekostet hat. Eine Art Gastfreundschaft muß ihr
Benehmen fremden Bettlern gegenüber genannt werden (einheimische Bettler sind eine
Seltenheit). Verkehren sie auf solche Weise mit Fremden, so ist es kein Wunder, daß
sie einerseits ihre Dienerschaft als Mitglieder der Familie betrachten und anderseits es
sich auch zur besonderen Ehre rechnen, wenn in ihr Haus der Geistliche, der Lehrer> der
Gemeindevorsteher (Lupnn) oder überhaupt ein geistliches oder weltliches Oberhaupt
eintritt. Ihrem Kaiser und König sind sie nicht nur treu, sondern auch mit Leib und Seele
ergeben. Ihrem Glauben, ihrer Nation, ihrem Vaterland widmen sie besondere Liebe.
Als Fehler müssen ihnen hingegen die übermäßigen Gastereien bei verschiedenen
Gelegenheiten angerechnet werden, die aber, wahrscheinlich infolge des verminderten
Wohlstandes, in Abnahme begriffen sind. Dafür vermehren sich, wenigstens hier und da,
die Trinkgelage, bei denen es nicht selten zu Schlägereien mit blutigem Ansgang kommt.
Auch Racheacte kommen vor, begangen seltener an Menschen als an Vieh, welches man