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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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Wir unterlassen es hier, viele andere Schriftsteller zu erwähnen, welche in einem 
umfangreicheren Werke genannt werden müßten, und gehen ohne Weiteres auf das 
XIX. Jahrhundert über, welches weitbekannte Vertreter der schönen Literatur aufweist. 
Und auch hier ist Capodistria zu nennen, dieses hochcultivirte Städtchen, welches den 
ehrenvollen Beinamen eines „istrischen Athens" mit vollem Recht erhalten hat. Wir 
finden hier einen Alessandrv Gavardv, Verfasser des heroisch-komischen Gedichts „Die 
Rinaldeks" (Im kinnläaicke) in 19 Gesängen und anderer Poesien; einen Domenico 
Pellegrini, Bibliothekar der Zeniana in Venedig, der ein berühmter Redner und 
gewandter Autor zahlreicher Schriften war; ferner Gianstefano Carli, der sich als 
Historiker und Dichter auszeichnete und 
eine Voltaire gewidmete Tragödie „Erizia" 
schrieb. Rovigno nennt als die Seinen die 
Dichter Angelini, Sbisä und den viel 
betrauerten Gabriele Oplanich. Parenzv 
rühmt sich seines Albertini, eines gelehrten 
Theologen, der als Kanzelredner in den 
bedeutendsten Städten Italiens bewundert 
wurde; aus derselben Stadt stammte Gio 
vanni Oplanich, ein Bruder des Gabriele, 
beachtenswert!) als Dichter und Schrift 
steller in italienischer Sprache. In Barbana 
endlich erblickte der Canonicus Pietro 
Stancovich das Licht der Welt, der 
istrische Plutarch, Verfasser der sehr geschätzten „Biographie der hervorragenden Männer 
Istriens", welche in zwei Auflagen erschien. 
In derselben Zeit lebte auch der hochbegabte Dichter Besenghi degli Ughi; er 
wurde im Jahre 1797 in Jsola geboren und starb in Triest im Jahre 1849 an der Cholera. 
Voll Begeisterung für die heiligen Gebote der Religion und der Freiheit, nahm er, wie 
Dhron, lebhaften Antheil an den Kämpfen der Griechen gegen die Türken. Er verstand es, 
die Geißel der Satire in sehr gewandter Weise zu handhaben, und viele seiner Schöpfungen 
mahnen an den Stil Parinis; andere seiner lyrischen Dichtungen erinnern zuweilen an 
Leopardi. Außer seinen Poesien erwähnen wir noch die „Probe mvrgenländischer Novellen" 
(8nMio cki novolla orisicknki), ein Buch, das wegen seiner eleganten und fließenden 
Sprache noch jetzt mit Vergnügen gelesen wird, ferner seine „Fabeln" in Versen, welche 
znm größten Theil von persönlichem Groll eingegeben wurden, aber voll Geist und Leben, 
oft freilich etwas zu frei sind. Er hat auch einige dramatische Dichtungen verfaßt. 
Graf Giov. Rinaldo Carli.
	        
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