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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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Görzer Ebene mit Reben, Maulbeerbäumen und Zwischencultureu im Frühjahr, 
als im Alpengebiet, der Boden ergiebiger und lohnender. Hier wie dort herrscht der Klein- 
grundbesitz vor. Die Bewirthschaftnng ist nahezu die gleiche. Eine gewisse Bedeutung hat 
in der Umgebung von Canale, Tolmein und Kirchheim die Obstcnltnr ^erlangt und ist 
daselbst der Export an Äpfeln ein erheblicher. Erwähnung verdient auch der eifrige 
Betrieb der Bienenzucht. Die hauptsächliche Quelle des Wohlstandes dieses Gebietes besteht 
indeß in der Viehzucht, denn von 22.000 Hektar landwirthschaftlich benutzter Bodenfläche 
gehören 17.000 Hektar dem Wiesenland an. 
Den Übergang der Voralpen zur Ebene vermittelt das Hügelland dies- und 
jenseits des Jsonzo, und zwar am rechten Ufer desselben das unter dem Namen Collio 
bekannte Gebiet, am linken die Hügelketten des unteren Wippachthals. Den ans Sandstein 
und eocänem, leicht zerbröckelndem Mergel bestehenden Boden bedeckt fruchtbares Erdreich, 
welchem, nebst dem ungemein günstigen Klima, dieses Hügelland den Ruf einer vortreff 
lichen Obst- und Weingegend verdankt. 
Im Collio herrscht das Colonenshstem vor, wogegen im unteren Wippachthal das 
Grundeigenthum größtentheils unter kleinere Bauern vertheilt ist. Alle im Süden Öster 
reichs gedeihenden Culturpflanzen werden hier angcbaut, insbesondere auch Mais. Die 
erste Stelle nimmt jedoch die Wein- und Obstcnltnr ein. Die Weingärten sind zumeist ans 
Terrassen, Ronchi genannt, angelegt und bedecken eine Flüche von fast 500 Hektar. Der 
Wein, fast durchwegs Weißwein, zählt zu den besten Südösterreichs; der am Collio 
bereitete ist unter dem Namen Ribolla auch außerhalb der Reichsgrenze bekannt. Nicht 
geringer ist der Ertrag, den die Obsteultur abwirft. Das ans dieser Gegend nach dem 
Norden Österreichs, nach Deutschland und Rußland in großen Massen expvrtirte Obst
	        
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