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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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Staatsunterstützungen  zur  Besserung  der  Agrarverhältnisse  im  Görzerischen  wesentlich
beigetragen.
Um  der  durch  die  herrschenden  Raupenkrankheiten  seit  einigen  Jahren  in  Verfall
gerathenen  Seidenzucht  auszuhelfen,  stiftete  die  Regierung  im  Jahre  1869  in  der  Landeshauptstadt ­
  Görz  eine  Versuchsstation,  welche  sich  mit  dem  Studium  der  Seidenraupenkrankheiten ­
  und  der  Mittel  zu  ihrer  Bekämpfung  mit  Erfolg  beschäftigt,  überdies  aber
auch  auf  dem  Gebiete  des  Weinbaues  Einfluß  nimmt.  Der  Thätigkeit  dieser  Anstalt  ist
es  zuzuschreiben,  daß  die  Coconsproduction  in  Südösterreich  sich  ansehnlich  gesteigert  hat
und  die  herrschenden  Rebenkrankheiten  wirksam  bekämpft  werden.  Auch  die  Landesverwaltung ­
  hat  es  an  kräftiger  Unterstützung  der  Landwirthschaft  nicht  fehlen  lassen.
Unter  Anderen  wurde  eine  landschaftliche  Ackerbauschule  mit  italienischer  und  slovenischer
Unterrichtssprache  ins  Leben  gerufen.
forstwirthschaft,  Jagd,  Industrie,  Handel,  Gewerbe  und  Verkehr  in  Görz
und  Gradiska.
Forstwirthschaft  und  Jagd.  —  Nach  den  Aufzeichnungen  des  Katasters  ist  der
fünfte  Theil  des  Gebietes  der  Grafschaft  Görz  Waldboden.  Die  darauf  befindlichen  Wälder
sind  indeß  vielfach  gelichtet  und  selbst  abgestockt.  In  neuerer  Zeit  hat  die  Regierung
geeignete  Maßregeln  ergriffen,  um  den  vorhandenen  Bestand  zu  sichern  und  den  ungestörten
Nachwuchs  zu  fördern.  Immerhin  befinden  sich  in  dem  von  den  Ausläufern  der  Julischen
Alpen  gebildeten  Mittelgebirge  noch  einige  Hochwälder.  Von  diesen  ist  insbesondere  zu
erwähnen  der  Ternovaner  Staatsforst  unweit  von  Görz,  eine  wahre  Perle  der  Görzer
Volkswirthschaft.  Dieser  Forst  bedeckt,  in  einer  Höhe  von  1.000  bis  1.400  Meter  gelegen,
an  9.000  Hektar,  ist  nach  allen  Regeln  der  Forstwirthschaft  gepflegt  und  durch  gute  Straßen
sowie  durch  eine  transportable  Schienenbahn  mit  der  Niederung  verbunden.  Außerdem
sind  noch  zu  nennen  die  10.000  Hektar  umfassenden  Gemeindewälder  im  oberen  Jsonzothal
  (Gerichtsbezirk  Flitsch),  dann  die  ziemlich  gut  gepflegten  im  Privatbesitz  befindlichen
Mittelwälder  der  Gerichtsbezirke  Tolmein  und  Kirchheim  (20.000  Hektar),  ferner  der
Staatswald  Panowitz  nächst  Görz  mit  einem  wohlgepflegten  Eichenbestand  und  jener  von
Podsabotino,  dessen  Erzeugnisse  durch  eine  sinnreiche  Drahtseilförderung  zu  Thal  gebracht
werden.  Dem  Lande  eigenthümliche  Specialitäten  sind  das  Wäldchen  immergrüner  Steineichen ­
  bei  Duino,  der  Rest  eines  einst  umfangreichen  Bestandes,  und  der  Pinienhain  von
Centenara  bei  Aquileja.  Die  Jahrhunderte  alten  Bäume  dieses  sehr  beschränkten  Haines
sind  die  Überreste  des  großen  Pinienwaldes,  welcher  zu  Römerzeiten  die  ganze  Westküste
des  adriatischen  Meeres  von  Aquileja  bis  Ravenna  bedeckt  haben  soll.
            
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