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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien)

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begriffene  österreichische  Staatswesen  erst  zu  einer  gewissen  Abrundung  und  Festigung
gelangen,  ehe  es  in  handelspolitischer  Beziehung  zur  See  bestimmte  Ziele  verfolgen  konnte,
so  erwuchs  doch  der  Handelsthütigkeit  Triests  in  dem  Schutz  der  gewählten  Oberherren  ein
mächtiger  förderlicher  Factor,  da  Kaiser  Friedrich  III.  einen  Straßenzwang  anordnete  und
den  Venetianern  gegenüber  aufrechtznerhalten  wußte,  demzufolge  sämmtliche  aus  Jnnerösterreich
  nach  Italien  gehende  Maaren,  sowie  jene,  die  aus  Krain,  den  Karstgegenden  und
anderen  österreichischen  Binnenländern  zur  Ausfuhr  gelangen  sollten,  unmittelbar  Triest
berühren  mußten.  Kaiser  Friedrichs  Verordnung  bestätigte  Kaiser  Maximilian  I-,  der  auch
den  Waarcnzug  aus  Ungarn  zwangsweise  über  Pettau  nach  Triest  leitete  und  die  Kramer
verpflichtete,  die  Triester  Getreidemärkte  zu  beschicken  und  das  Getreide  dort  um  zwei  Soldi

Alte  Galeere.

billiger  als  anderswo  zu  verkaufen.  Auch  sonst  bezeugen  alle  Anordnungen,  die  von  den
Ahnen  Karls  VI.  im  Interesse  des  Handels  und  der  Schiffahrt  Triests  erlassen  wurden,  das
volle  Verständniß,  welches  die  österreichischen  Herrscher  dem  Seeverkehr  entgegenbrachten.
Die  Entdeckung  Amerikas  brachte  eine  wesentliche  Änderung  nicht  nur  im  Seewesen
überhaupt,  sondern  insbesondere  auch  in  der  commerciellen  Machtstellung  Venedigs  mit  sich.
Jetzt  entwickelte  sich  die  Küstenfahrt  zur  weiten  Fahrt.  Allerorten  machte  sich  die  Vervollkommnung ­
  der  Technik  und  der  nautischen  Kunde  geltend.  Neben  Venedig  traten  gewalüge
Rivalen  in  der  Beherrschung  des  Handels  auf.  Auch  die  Macht  des  Hauses  Habsburg
stieg  zu  gleicher  Zeit  durch  die  dynastischen  Beziehungen  zu  Spanien  uyd  Italien  weit
über  den  bisherigen  Rahmen  und  die  Blicke  der  habsburgischen  Fürsten  lenkten  sich
ansmerksamer  der  See  zu,  deren  Bedeutung  seit  der  Entdeckung  der  neuen  Welt  überall
gestiegen  war.  Seither  war  das  Streben  der  österreichischen  Politik  auf  die  Beseitigung
der  venetianischen  Präponderanz  gerichtet.  Zähe  war  der  Widerstand,  dem  man  dabei
Küstenland  und  Dalmatien.  2<>
            
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